Impuls zum Tagesevangelium
Donnerstag der 3. Woche im Osterkreis (30.04.2020)

Evangelium (Joh 6, 44-51) Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist + Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: 44Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. 45Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. 46Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. 47Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. 48Ich bin das Brot des Lebens. 49Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. 50So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. 51Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

Impuls

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,   in der heutigen Lesung aus der Apostelgeschichte hören wir von der Taufe des Äthiopiers. Dieser Mann, der Kämmerer vom Hof der Königin von Äthiopien, ist religiös sehr interessiert. Deshalb kommt er nach Jerusalem, um Gott anzubeten. Er kauft sich eine Schriftrolle, um die Bibel kennen zu lernen. Da trifft er auf der Rückreise auf Philippus, einen der Apostel, der wie die anderen Jünger auch, umherwandert und den Menschen von Jesus und seiner Botschaft erzählt. Gott lässt die beiden durch einen Engel sozusagen aufeinandertreffen. Der Äthiopier liest laut, wie es damals üblich war, aus dem Buch Jesaja und Philippus hört es. Und da fragt er nach, ob er denn verstehen würde, was er da liest. So kommt es zum Gespräch über den Glauben an Jesus Christus, ein Gespräch auf Augenhöhe. Das muss für beide gleichermaßen eine Sternstunde gewesen sein.  Der eine bittet um Aufklärung und der andere erzählt von seinem Glauben und dem Evangelium Jesu. Als sie an einer Wasserstelle vorbeikommen, bittet der Äthiopier um die Taufe. So springt der Geist Gottes vom einen auf den anderen über.   Wenn es doch immer so wäre! Der eine will etwas lernen und verstehen vom Glauben und der andere hat eine Antwort für ihn. So einfach und klar ist es meistens nicht, wenn wir mit anderen über unseren Glauben ins Gespräch kommen.  Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass in vielen Gesprächen, die ich mit Menschen führe, in dem, was sie erzählen, was sie bedrückt, was sie freut oder sorgt, die Sehnsucht nach dem Glauben, nach der Gottesbeziehung enthalten ist. Es kommt einfach darauf an, dem anderen auf Augenhöhe zu begegnen und ihm wirklich einfühlend zuzuhören. Denn ausgehend von der Geschichte des Äthiopiers hat jeder Mensch seine Fragen und seine Sehnsucht nach dem „mehr“ seines Lebens, nach dem, was über das Diesseits und die Immanenz hinausweist. Trauen wir uns doch mehr, über unsere Antworten, die wir im Glauben erhalten haben, zu sprechen und sie mit anderen zu teilen. Trauen wir uns, über das „mehr“, das Jesus uns verheißt, mit anderen ins Gespräch zu kommen.  Die jetzige Krise führt uns gerade vor Augen, was wirklich wichtig ist für unser Leben.  Suchen wir gerade jetzt die Begegnung im Glauben!   Es grüßt Sie herzlich   Katrin Hollmann
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