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Geschichte-Lobberich

St. Sebastian Lobberich - Geschichte

Die Anfänge der Kirchengemeinde liegen im Dunkeln, da die meisten Urkunden ihre Existenz bereits voraussetzen. In der Zeit der fränkisch-merowingischen Könige (5./6. Jh.) hielt das Christentum seinen erneuten Einzug ins Abendland. Die Missionierung entlang der Maas wurde dabei durch die Bischöfe von Maastricht, wahrscheinlich besonders durch Amandus (647-680) vorangetrieben.

Ein ernst zu nehmender Hinweis für die genaue Entstehung der Gemeinde stellt ihr Patronat des Hl. Sebastianus dar. Dieses Patronat wurde “importiert”: Sebastianus-Reliquien gelangten durch Rompilger – Äbte und Bischöfe – im Jahre 826 nach Frankreich und von dort über Köln nach Lobberich (welches damals im Kölner Archidiakonat Xanten) lag.

Erstmalig wird die Pfarre St. Sebastian um das Jahr 988 erwähnt. Damals fand ein Austausch einiger Pfarren des Erzbistums Köln gegen solche des Bistums Lüttich statt. Zu dieser frühen Zeit hat es in Lobberich also schon eine Pfarrgemeinde gegeben.

Im 15. Jahrhundert wird dann die sogenannte „Alte Kirche“ (heute hinter dem alten Rathaus Lobberichs) erbaut. Einige Forschungen lassen darauf schließen, dass an dieser Stelle schon früher eine Holzkirche gestanden hat. Im 15. Jahrhundert wurde die „Alte Kirche“ in mehreren Phasen als Kreuzkirche erbaut. 1818 wurde sie zur Hallenkirche mit vier Jochen erweitert und der Kirchturm integriert. Als diese Mitte des 19. Jahrhunderts, die durch die einsetzende Industrialisierung sprunghaft angestiegene Seelenzahl nicht mehr zu fassen vermochte (1800 waren es 1887 Seelen, 1835 schon 2635 Seelen, 1875 dann 5016 Seelen und 1890 bereits 7000 Seelen), wurde dann der Neubau einer großen Pfarrkirche beschlossen. Nachdem aus nicht weniger als fünf vorgeschlagenen Standorten der endgültige („An der Linde“) ausgewählt worden war, konnte der eigentliche Bau im zweiten Halbjahr des Jahres 1891 beginnen.

Graf Mirbach schenkte dazu den benötigten Baugrund. Mirbachs Wappen befindet sich über dem inzwischen vermauerten Seiteneingang auf der Südseite.

Den Architektenwettbewerb, der eigens ausgeschrieben wurde, gewann das Kölner Büro Rüdell & Odenthal. Die Ausführung lag in den Händen des Grefrather Baugeschäftes Schmitz. Der Bau selbst wurde ohne nennenswerte Schwierigkeiten vollendet; allerdings beklagte man im Herbst 1892 den Tod eines Maurers, der in der Höhe des Vierungsgewölbes von einem Gerüst stürzte und auf der Stelle tot war.

Am 16. Mai 1892 fand die festliche Grundsteinlegung durch den damaligen Bischof von Münster und gebürtigen Brachter Dr. Hermann Dingelstad statt. Die fertige Pfarrkirche wurde dann am 15.10.1893 durch Bischof Dr. Hermann Dingelstad feierlich konsekriert. Sein Wappen befindet sich über dem Seiteneingang auf der Nordseite.

In den Jahren um 1914 wurde die Pfarrkirche mit ihren großen Flächen prachtvoll ausgemalt. Während des 2. Weltkrieges wurde das Dach schwer beschädigt und durch eindringendes Wasser wurden die Wandgemälde sehr in Mitleidenschaft gezogen. Daher wurden sie nach und nach bis um das Jahr 1950 „eingeweißt“.

Im Jahr 1987 wurde die Pfarrgemeinde durch die Nachricht geschockt, dass das Gewölbe der Kirche einzustürzen drohte. Die Kirche musste geschlossen werden, da sich Baufehler in der Statik durch herabfallende Bruchstücke bemerkbar machten. Bei dieser letzten großen Renovierung wurde die Kirche durch eine byzantinisierende Ausmalung wieder farbiger gestaltet.

Der Innenraum präsentiert sich jetzt in den Farbtönen Rot und Gelb, verschiedene Grautöne an Pfeilern und Rundbögen, bei hauptsächlich in Weiß gehaltenen Wänden und Decken. Nach einem rund dreijährigen Renovierungszeitraum konnte die Kirche dann wieder aufs Neue von der Gemeinde genutzt werden.

 

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