Impuls 28.05.2020

Impuls zum Tagesevangelium
Donnerstag der 7. Woche im Osterkreis (28.05.2020)

Evangelium (Joh 17, 20-26)

Sie sollen eins sein, wie wir eins sind; sie sollen vollendet sein in der Einheit
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete:
20Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.
21Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.
22Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind,
23ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.
24Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.
25Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast.
26Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.

Impuls

Foto: Vatikan, Basilika St. Peter, Die Taube des Heiligen Geistes Quelle: (Wikimedia Commons), Lizenz (CC-BY-SA 3.0)

1. Der Geist des Herrn erfüllt das All mit Sturm und Feuersgluten; er krönt mit Jubel Berg und Tal, er lässt die Wasser fluten. Ganz überströmt von Glanz und Licht, erhebt die Schöpfung ihr Gesicht, frohlockend: Halleluja.

2. Der Geist des Herrn erweckt den Geist in Sehern und Propheten, der das Erbarmen Gottes weist und Heil in tiefsten Nöten. Seht, aus der Nacht Verheißung blüht; die Hoffnung hebt sich wie ein Lied und jubelt: Halleluja.

3. Der Geist des Herrn treibt Gottes Sohn, die Erde zu erlösen; er stirbt, erhöht am Kreuzesthron, und bricht die Macht des Bösen. Als Sieger fährt er jauchzend heim und ruft den Geist, dass jeder  Keim aufbreche: Halleluja.

4. Der Geist des Herrn durchweht die Welt gewaltig und unbändig; wohn sein Feueratem fällt, wird Gottes Reich lebendig. Da schreitet Christus durch die Zeit in seiner Kirche Pilgerkleid, Gott lobend: Halleluja.

TAGESGEBET
Wir bitten dich, Herr unser Gott, der Heilige Geist erfülle uns mit dem Reichtum seiner Gaben. Er schenke uns eine Gesinnung, die dir wohlgefällt, damit wir deinem Willen immer mehr entsprechen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

(Joh 16, 7)
Ich sage euch die Wahrheit – spricht der Herr: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe; denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen. Halleluja.

Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein GL 351
Autor: Heinrich Bone, Melodie: Martin Luther

Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein ist ein röm.-katholisches Kirchenlied von Heinrich Bone 1847. Melodie: Köln 1741.

Das Lied geht auf den lateinischen Hymnus Veni creator Spiritus (Komm, Schöpfer Geist) zurück. Hrabanus Mauros soll diesen Hymnus 809 zum Konzil von Aachen verfasst haben.

Liebe Mitchristen,
in den Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten sind wir in froher Erwartung: Wir dürfen auf die Zusage Jesu vertrauen: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird.“ (Apg 1,8)

Wir warten also auf die Kraft Gottes, den Heiligen Geist. – Im Alten Testament wird der Geist Gottes durch das weibliche Substantiv (hebräisch רוּחַ ruach), mit dem später der „Geist“ bezeichnet wird, zunächst „Wind“ (z. B. Ex 14,21 EU), dann auch „Hauch“, „Atem“ (Ps 33,6 EU; Ez 37,5–14 EU) genannt.

Der Geist Gottes ist also etwas Bewegendes, das vom unbewegten Beweger (vgl 1. Gottesbeweis von Thomas von Aquin) ausgeht.

Gott möchte uns Menschen in Bewegung setzen. Er möchte die Herzen von uns Menschen bewegen, bei uns einkehren und uns seine Gnade schenken.

Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein, besuch das Herz der Kinder dein: die deine Macht erschaffen hat, erfülle nun mit deiner Gnad.

Der Geist Gottes ist der Trost, den wir Menschen in unserer Welt erwarten dürfen: Trost, Hoffnung, Stärkung, Salbung – so wie dies bei der Spendung des Firmsakramentes zeichenhaft geschieht.

Der du der Tröster wirst genannt, vom höchsten Gott ein Gnadenpfand, du Lebensbrunn, Licht, Lieb und Glut, der Seele Salbung, höchstes Gut.

Der Geist Gottes kann für uns ein Schatz sein, durch den wir reich beschenkt werden in den siebenfältigen Gaben des Heiligen Geistes: Weisheit, Einsicht, Rat, Erkenntnis, Stärke, Frömmigkeit und Gottesfurcht (Jes 11). Der Geist sorgt dafür, dass wir nicht stumm bleiben, sondern von Gottes großen Taten anderen erzählen, gerade in der heutigen Zeit, in der viele Menschen sich um alles Mögliche kümmern, das Leben mit Gott, mit Seinem Heiligen Geist, scheint manchmal zu verkümmern.

O Schatz, der siebenfältig ziert, O Finger Gottes, der uns führt, Geschenk, vom Vater zugesagt, du, der die Zungen reden macht.

Die Flamme des Heiligen Geistes möchte auch in uns entzündet werden, so wie es die betenden Jünger und Maria erfahren haben (vgl. Apg 2,3). Der Geist Gottes erfüllt die Menschen mit Brausen und lässt sie furchtlos von Gottes großen Taten sprechen. (vgl. Apg 2,6-11) Der Geist Gottes möchte uns auch stärken und Kraft schenken.

Zünd an in uns des Lichtes Schein, gieß Liebe in die Herzen ein, stärk unsres Leibs Gebrechlichkeit mit deiner Kraft zu jeder Zeit.

Der Heilige Geist beschützt uns auch vor Menschen, die uns feindlich gestimmt sind, die immer nur fordern und kritisieren, ohne das Gute zu erkennen, dass wir durch Gottes Geist in unserer Welt auch wirken. Gottes Geist schenkt Mut und lässt uns sein Licht der Hoffnung erfahren, das uns den rechten Weg im Leben leuchten möge, dass wir nicht von Gottes Wegen abweichen.

Treib weit von uns des Feinds Gewalt, in deinem Frieden uns erhalt, dass wir, geführt von deinem Licht, in Sünd und Elend fallen nicht.

Der Geist Gottes möchte uns auch zur Erkenntnis der Trinität Gottes leiten. Gott genügt sich nicht allein, er ist Beziehung in sich: Der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Und der Geist Gottes möchte uns Ausdauer schenken, die Größe Gottes alle Zeit in unserem Leben zu preisen.

Den Vater auf dem ew’gen Thron lehr uns erkennen und den Sohn; dich, beider Geist, sei’n wir bereit zu preisen gläubig alle Zeit.

Dass der Geist Gottes auch zu uns kommt, ist ein wunderschöner, ja tröstlicher Gedanke. Daher dürfen wir uns bereits in diesen Tagen auf das Kommen des Geistes Gottes freuen und ihn dankbar warten.                                   G. Puts, Pfr.

FÜRBITTEN
Jesus Christus, der uns mit den Gaben des Heiligen Geistes überreich beschenkt, bitten wir:

Gieße allen Gläubigen den Geist der Liebe ein, der sie mit dir und untereinander verbindet. –  Christus, höre uns.
A.: Christus, erhöre uns.

Führe zur Einheit zusammen, die im Glauben getrennt sind. – Christus, höre uns.

Schenke allen Verlassenen und Einsamen den Trost des Heiligen Geistes. – Christus, höre uns.

Lass unsere Verstorbenen deine Herrlichkeit schauen.
– Christus, höre uns.

Allmächtiger Gott, du willst, dass die Welt zur Einheit gelangt. Sende deinen Geist, damit alle Christen gemeinsam dein Erbarmen bezeugen durch Christus, unseren Herrn.
A.: Amen.

Vater unser

SCHLUSSGEBET

Gütiger Gott,
in dieser Feier hast du uns Anteil an deiner Gnade gegeben. Sie mache uns fähig, dein Wort zu verstehen, und bereit, die Gaben deines Geistes zu empfangen:
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

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