Impuls zum Tagesevangelium
Samstag der 2. Woche im Osterkreis (25.04.2020)

See Genezaret im November 2020, Foto (G.Puts, Pfr.)

Impuls

GL 766
1. Seht, der Stein ist weggerückt, nicht mehr wo er war, nichts ist mehr am alten Platz, nichts ist, wo es war. Halleluja, halleluja…
2. Seht das Grab ist nicht mehr Grab, tot ist nicht mehr tot, Ende ist nicht Ende mehr, nichts ist, wie es war. Halleluja, halleluja…
3. Seht, der Herr erstand vom Tod, sucht ihn nicht mehr hier, geht mit ihm in alle Welt, er geht euch voraus. Halleluja, halleluja…

Gott unser Vater,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben, und schenke ihnen die wahre Freiheit und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Evangelium (Mk 16, 15-20)
Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium!

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Markus
15In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!
16Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.
17Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;
18wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.
19Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.
20Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.

Liebe Mitchristen,
im November vergangenen Jahres durfte ich mit einer Pilgergruppe das Heilige Land besuchen. – Ein besonderer Programmpunkt bildete direkt am Beginn dieser Reise eine Bootsfahrt auf dem See Genezareth. Das Boot namens „King David“  fuhr mit unserer Gruppe über das Galiläische Meer wie der See auch genannt wird. Und nach einer Viertelstunde stellte der Kapitän den Motor ab, lediglich der Wind und die ans Boot schlagenden Wellen wechselten sich mit der uns umgebenden unbeschreiblichen Stille ab.
Wir lauschten auf die Worte der Heiligen Schrift, die uns die Texte über die Begebenheiten am See Genezareth näherbrachten: eine besondere, fast andächtige Stimmung machte sich unter den Mitpilgern breit: der Auferstandene war uns in dieser Stunde besonders nahe.
Im Text des Evangeliums des Samstags der 2. Osterwoche hören wir von der Fahrt Jesu mit seinen Jüngern über den See: ein hoher Wellengang bereitete den Aposteln Angst und Schrecken: Jesus scheint das Boot verlassen zu haben und wandelt über dem See.
Eine Szene, die wir auch in unseren Tagen erfahren: Jesus scheint aus unserem Lebensboot ausgestiegen zu sein. Er hat uns anscheinend alleingelassen, weil wir in den Unbilden der Pandemie nicht mehr weiterwissen: eine Empfehlung, Anordnung und Schreckensnachricht jagt die andere…
In diese Zeit hinein spricht auch Jesus uns zu: „Fürchtet euch nicht“ (Joh 6,20), habt keine Angst.
Vertrauen wir den Worten Jesu? Oder schlagen die Wellen der nicht einzusortierenden und täglich sich abwechselnden Informationen in unser Boot und lassen uns mutlos werden?
Versuchen wir wieder – gerade in dieser so unsicheren Zeit – unseren Blick auf Gott zu richten, auf den, der uns im Leben nicht allein lässt, sondern zu uns steht ganz gleich, was kommen mag.
Die Jünger in der Perikope des heutigen Tages erreichten plötzlich, so beschreibt der Evangelist Johannes, das rettende Ufer.
Stünde es auch uns Kleingläubigen nicht an, unsere Hoffnung auf unseren Retter, Jesus, zu setzen? Ein Versuch wäre es doch wert: haben wir Mut, ihm zu vertrauen.

Günter Puts, Pfr.

Fürbitten
Christus hat uns durch seinen Tod und seine Auferstehung Erlösung gebracht. Zu ihm rufen wir:

Für die Menschen, die sich an deiner Frohen Botschaft orientieren: gib, dass durch ihren Dienst die Menschen deine Nähe erfahren. – Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.
A.: Christus, erbarme dich.

Für die Völker der Erde: offenbare ihnen dein Heil. –  Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.
A.: Christus, erbarme dich.

Für alle Leidenden: befreie sie aus ihren Schmerzen. –  Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.
A.: Christus, erbarme dich.

Für unsere Gemeinde: nimm von ihr Zweifel und Kleinglauben. – Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.
A.: Christus, erbarme dich.

Für die Menschen, die in Angst leben: stärke sie im Vertrauen auf deine liebende Gegenwart. –  Lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.
A.: Christus, erbarme dich.

Denn du bist allen nahe, die zu dir rufen. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
A.: Amen.

Vater unser

Schlussgebet

Barmherziger Gott, wir haben Dein Wort hören dürfen.
Stärke uns in diesen Tagen Der Unsicherheit mit deiner Gegenwart und deiner Liebe.
Lass uns dich loben und preisen heute und in alle Ewigkeit. Amen.

1. Nun freue dich, du Christenheit, der Tag, der ist gekommen, an dem der Herr nach Kreuz und Leid die Schuld von uns genommen. Befreit sind wir von Angst und Not, das Leben hat besiegt den Tod: Der Herr ist auferstanden.
2. An diesem österlichen Tag lasst uns den Vater loben; denn er, der alle Ding vermag, hat seinen Sohn erhoben. das ist der Tag, den Gott gemacht, das Leben ward uns neu gebracht: Der Herr ist auferstanden.
3. Du lieber Herr Jesus Christ, da du erstanden heute, so lobt dich alles, was da ist, in übergrosser Freude. Mit dir sind wir von Herzen froh, wir rufen laut und singen so: Derr Herr ist auferstanden.

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