Impuls 10.12.2020

Impuls zum 10.12.2020

Wer Ohren hat der höre

Dies ist der letzte Satz des heutigen Evangeliums liebe Leserinnen und Leser. Der Evangelist Matthäus beschreibt das Wirken des Johannes des Täufers. Bereits dessen Geburt steht unter einem besonderen Stern, wird doch seine Mutter Elisabeth noch in hohem Alter schwanger; Gott selbst hat hier seine Hand im Spiel. Ihrem Mann Zacharias verschlägt es vor Unglauben zunächst sogar die Sprache. Später preist er den Gott Israels.

Johannes der Täufer (geb. etwa 5 v. Chr.) war ein jüdischer Bußprediger, der um 28 n Chr in Galiläa und Judäa auftrat. Er wird im NT als Prophet des Endzeit und Wegbereiter Jesu Christi mit eigener Anhängerschaft dargestellt. Er spricht vom Ende der Weltzeit, davon dass eine neue Zeit anbricht. Das Zeichen ist die Taufe. Johannes hat auf das Ende der Zeit und das baldige Anbrechen der Gottesherrschaft hingewiesen. Er rief zur Umkehr auf und kündigt das Kommen des Gottesreiches an und gilt so als adventlicher Wegbereiter der bevorstehenden Ankunft des Messias.

Der Text spricht davon, dass die Gewalttätigen das Himmelreich an sich reißen. Dabei kommt im anbrechenden Gottesreich alles von Gott her auf den Prüfstand. Doch das Beharrungsvermögen mancher mächtiger Instanzen ist stark. Das Establishment reagiert abwesend. Heute ist auch der Tag der Menschenrechte. Zum Gottesreich gibt es im wahrsten Sinne des Wortes keine Alternative, wenn Menschen ein menschenwürdiges Leben führen sollen. Es geht darum, Himmelsgüter zu verteidigen, zu behüten, dazu gehört auch Nein zu sagen, wo Ja erwartet wird. Und sich immer wieder zu fragen: welche Kraft steht hinter all dem? Das heißt auch, sich selber nicht so wichtig zu nehmen. Zu hören, vor allem nach innen zu hören. Dem lebendigen Gott ist das letzte Wort vorbehalten!

Wer Ohren hat, der höre!

Ute Maria Spitzer, Gemeindereferentin der Weggemeinschaft Born, Bracht und Brüggen

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