Impuls zum Tagesevangelium
Samstag in der 5. Fastenwoche (04.04.2020)

Evangelium (Joh 8,51-59)

In jener Zeit sprach Jesus:
51 Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen.
52 Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden.
53 Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus?
54 Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst verherrliche, ist meine Herrlichkeit nichts. Mein Vater ist es, der mich verherrlicht, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott.
55 Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest.
56 Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich.
57 Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?
58 Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich.
59 Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

Impuls

Jesu Auseinandersetzung mit den Juden und speziell mit den Pharisäern und Schriftgelehrten ziehen sich wie ein roter Faden durch die Evangelien. Dabei geht es immer wieder um die Frage „Wer hat Recht?“. Oder anders formuliert, wer versteht den Glauben und die damit verbundenen Inhalte richtig. Jesus zeigt sich seinen Kontrahenten als der eingeborene Sohn Gottes, der den Tod überwinden kann. Dies kann er, weil es schon immer bei Gott, dem Vater gewesen ist, sogar schon vor dem großen Abraham. Wir dürfen darauf auch unsere Hoffnung setzen. Nicht mehr weit weg ist Ostern, sind aber auch der Tag, an dem sich Jesus ganz für uns alle hingibt. Er liefert sich selbst dem Tod aus, damit er ihn bezwingen und überwinden kann und so Gottes Heilswirken uns und allen Menschen zeigt.

 


Gerade in dieser Zeit, wo wir mit sehr viel Leid und Tod vor und hinter der eigenen Haustür konfrontiert sind, brauchen wir eine Stütze, die uns zeigt, es gibt auch ein danach. Die uns zeigt, da ist jemand, der mit dir mitfühlen kann. Der weiß, was in dir vorgeht. Und der nicht tatenlos daneben stehen bleibt, sondern durch sein eigenes (Er-)Leiden mitgehen und -fühlen kann.

Vergessen wir diese große Zusage nicht und setzen auf den unsere Hoffnung, der schon vor Abraham beim Vater gewesen ist.

Vater unser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Gebet

Barmherziger Gott, durch deinen Sohn Jesus Christus bist du uns so nahegekommen. Sei in dieser schweren Zeit besonders bei unseren Kranken und Sterbenden und den Menschen, die sich um sie kümmern. Sei du bei uns allen, damit wir dein Heilswirken erkennen, dass du im Kreuz deines Sohnes Jesus Christus wirkst, der mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und Leben schenkt heute und bis in deine Ewigkeit. Amen.

Michael Marx, Pfarrer St. Benedikt Grefrath und Jugendseelsorger der Region Kempen-Viersen

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