Impuls 02.06.2020

Impuls zum Tagesevangelium
Dienstag der 9. Woche im Jahreskreis (02.06.2020)

Evangelium (Joh 6, 52-59)

Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Markus
In jener Zeit
13wurden einige Pharisäer und einige Anhänger des Herodes zu Jesus geschickt, um ihn mit einer Frage in eine Falle zu locken.
14Sie kamen zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und dabei auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst nicht auf die Person, sondern lehrst wirklich den Weg Gottes. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen?
15Er aber durchschaute ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Warum stellt ihr mir eine Falle? Bringt mir einen Denar, ich will ihn sehen.
16Man brachte ihm einen. Da fragte er sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers.
17Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Und sie waren sehr erstaunt über ihn.

Impuls

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,
im heutigen Evangelium stellen einige Pharisäer Jesus die bekannte Falle mit der Frage nach den Steuern. Jesus lässt sich dann ja einen Silberdenar bringen und weist auf das Bildnis des Kaisers hin. Es könnte so ein Denar gewesen sein, der hier abgebildet ist und Kaiser Augustus zeigt. Diese Münzen können damals noch in Umlauf gewesen sein.
Die Römer nutzen ihr Weltreich, um eine einheitliche Währung einzuführen. Der Denar wurde für 400 Jahre das Zahlungsmittel für die Menschen. Und die römischen Kaiser nutzten die Münzen, um ihre Macht auszubauen, denn ihr Bildnis wurde dadurch bis in alle Winkel des Reiches getragen. Julius Cäsar war der erste Kaiser, der sich auf Münzen abbilden ließ. So wurde das einfache Zahlungsmittel zum Machtsymbol und -instrument des jeweiligen Führers.
Genau das aber will Jesus gar nicht sein. Die Pharisäer haben ihn und seine Botschaft nicht verstanden. Er will keine weltliche Macht, die sich für die Menschen bis ins Kleinste auf solchen Bildern manifestiert. Er will kein Geld und weltliche Güter. Er will genau das gegenteilige: Ohnmacht und Armut. Denn diese Einstellung befreit davon, alles sein und haben zu müssen. Damit gibt er Gott, was Gott gehört: Sein Leben, seine Worte und Taten wollen sich an seinem Schöpfer orientieren. Das ist eine Befreiung zu wirklichem Leben.

Dieser Denar des Augustus, wird heute von einem Auktionshaus für knapp 400€ zum Kauf angeboten. Der Rubel rollt heute immer noch…aber die Botschaft Jesu und sein Beispiel, sie befreien uns auch heute noch von den Zwängen der Macht und des Reichtums. Spüren wir dieser Befreiung immer wieder nach und stellen wir uns vor Augen, was Gott gehört von uns und unserem Leben.
 
Es grüßt Sie herzlich

Katrin Hollmann
Gemeindereferentin in der Weggemeinschaft Born-Bracht-Brüggen

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