Ostergrüße von Eva Thönes

„Seht, der Stein ist weggerückt, nicht mehr wo er war, nichts ist mehr am alten Platz, nichts ist, wo es war. Halleluja.
Seht das Grab ist nicht mehr Grab, tot ist nicht mehr tot, Ende ist nicht Ende mehr, nichts ist, wie es war. Halleluja!
Seht, der Herr erstand vom Tod, sucht ihn nicht mehr hier, geht mit ihm in alle Welt, er geht euch voraus. Halleluja!“ (Gotteslob 766)

Liebe Lehrerinnen und Lehrer,
der Stein ist weg. Viele Freunde Jesu waren in Schockstarre nach den Erlebnissen des Karfreitag. Manche verlassen voller Panik das Land. Und dann, als die Frauen an Sonntag in aller Frühe ans Grab kommen ist der Stein weg. Die Wächter liegen schlafend davor. Der Leichnam Jesu ist verschwunden. Er begegnet ihnen leibhaftig. Auch in den nächsten Tagen wird er immer wieder seinen Freunden erscheinen. Alles ist anders. Tot ist nicht mehr tot. Gottes Liebe ist stärker. Sogar stärker als der Tod!

Auch in unserer Zeit erfahren wir, was es heißt, wenn alt Bekanntes sich ändert. Wer hätte noch vor wenigen Wochen gedacht, dass ein Virus es schafft, die Welt still stehen zu lassen? Die Wenigen, die die Macht des Virus gesehen haben wurden als Hysteriker abgestempelt. Und jetzt?

Unser Bundespräsident hat gestern gesagt: Wir haben uns zu lange stark und unverwundbar gefühlt. – Jetzt folgt die Erdung. Ich könnte auch sagen „jetzt bekommen wir die Quittung dafür“.

Aber das würde bedeuten, dass wir selber Schuld haben an der Ausbreitung des Virus. Ich bin davon überzeugt: Das haben wir nicht. Wir haben keine Schuld, ich glaube nicht an den strafenden Gott.

Aber der Virus bremst uns. Nichts ist mehr, wie es war. Viele Dinge werden plötzlich wichtig, die uns vorher nicht mehr auffielen. Wir haben die Chance bekommen die kleinen Dinge noch mal bewusst wahr zu nehmen. Was im Alltag untergegangen wäre, weil unsere Gesellschaft immer höher und weiter will, tritt plötzlich in den Mittelpunkt. Ist das eine Strafe? Ich sehe das nicht so. Und viele Menschen mit denen ich gemailt oder „gewhatsapped“ habe, mit denen ich gesprochen habe, sagen: Ich bin froh und dankbar für die geschenkte Zeit. Zeit mit der Familie, Zeit für mich..

Es erreichen mich Bilder glücklicher Familien, die gemeinsam am Tisch sitzen und zusammen essen, Spiele spielen…

Klar, der Virus macht Angst. Angst hatten auch die Jünger, als sie die Grausamkeiten erlebt hatten, die Jesus angetan wurden. Wir haben den Vorteil, im Gegensatz zu den Jüngern, dass wir daran glauben können, dass Alles gut wird. Wir dürfen auf Gottes Liebe vertrauen. Die Liebe gewinnt. Das dürfen wir heute feiern.

In diesem Sinne
Frohe Ostern!!

Eure Eva

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