Impuls zum Tageslesung
Mittwoch in der 5. Fastenwoche (01.04.2020)

ERSTE LESUNG (Dan 3, 14-21.49.91-92.95)

Er hat seinen Engel gesandt und seine Diener gerettet
Lesung aus dem Buch Daniel
In jenen Tagen
14sprach König Nebukadnezzar: Ist es wahr, Schadrach, Meschach und Abed-Nego: Ihr verehrt meine Götter nicht und betet das goldene Standbild nicht an, das ich errichtet habe?
15Nun, wenn ihr bereit seid, sobald ihr den Klang der Hörner, Pfeifen und Zithern, der Harfen, Lauten und Sackpfeifen und aller anderen Instrumente hört, sofort niederzufallen und das Standbild anzubeten, das ich habe machen lassen, ist es gut; betet ihr es aber nicht an, dann werdet ihr noch zur selben Stunde in den glühenden Feuerofen geworfen. Welcher Gott kann euch dann aus meiner Gewalt erretten?
16Schadrach, Meschach und Abed-Nego erwiderten dem König Nebukadnezzar: Wir haben es nicht nötig, dir darauf zu antworten:
17Wenn überhaupt jemand, so kann nur unser Gott, den wir verehren, uns erretten; auch aus dem glühenden Feuerofen und aus deiner Hand, König, kann er uns retten.
18Tut er es aber nicht, so sollst du, König, wissen: Auch dann verehren wir deine Götter nicht und beten das goldene Standbild nicht an, das du errichtet hast.
19Da wurde Nebukadnezzar wütend; sein Gesicht verzerrte sich vor Zorn über Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Er ließ den Ofen siebenmal stärker heizen, als man ihn gewöhnlich heizte.
20Dann befahl er, einige der stärksten Männer aus seinem Heer sollten Schadrach, Meschach und Abed-Nego fesseln und in den glühenden Feuerofen werfen.
21Da wurden die Männer, wie sie waren – in ihren Mänteln, Röcken und Mützen und den übrigen Kleidungsstücken – gefesselt und in den glühenden Feuerofen geworfen.
49Aber der Engel des Herrn war zusammen mit Asarja und seinen Gefährten in den Ofen hinabgestiegen. Er trieb die Flammen des Feuers aus dem Ofen hinaus
91Da erschrak der König Nebukadnezzar; er sprang auf und fragte seine Räte: Haben wir nicht drei Männer gefesselt ins Feuer geworfen? Sie gaben dem König zur Antwort: Gewiss, König!
92Er erwiderte: Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen. Sie sind unversehrt, und der vierte sieht aus wie ein Göttersohn.
95Da rief Nebukadnezzar aus: Gepriesen sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos. Denn er hat seinen Engel gesandt und seine Diener gerettet. Im Vertrauen auf ihn haben sie lieber den Befehl des Königs missachtet und ihr Leben dahingegeben, als dass sie irgendeinen anderen als ihren eigenen Gott verehrten und anbeteten.

Gedanken zum Text des Buches Daniels und aus aktuellem Anlass:

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,
im Text aus dem Buch Daniel wird uns der babylonische König Nebukadnezzar vor Augen geführt, der das babylonische Exil des Volkes Israel, das von 597 a.Chr. bis 539 a.Chr andauerte, durch die Eroberung Jerusalems im Jahr 597 a.Chr. auslöste und verantwortete.
Die Juden wurden ihrer Heimat beraubt und sollten auch – wie im Textausschnitt aus dem Buch Daniel beschrieben – die Götter Nebukadnezzars verehren. Die drei Männer Schadrach, Meschach und Abed-Nego widersetzen sich dem Befehl des Königs und bleiben standhaft, und… sie werden auf wunderbare Weise durch den Gott Israels gerettet.
Standhaftigkeit und Treue sind die Zeichen der drei

beispielhaften Juden, die auch uns in diesen schweren Tagen nachdenklich machen können.
Als ich am letzten Montag an einer Obstplantage vorbeifuhr, konnte ich erkennen, dass der Obstbauer am kalten Morgen des Tages seine Obstbäume mit Wasser besprühte. Und rund um die vielen Äste bildete sich eine dünne Eisschicht, die die Obstbäume gegen den  vorhergesagten Frost schützte.

(Foto: G.Puts)

Diese sicherlich oft gebräuchliche Schutzmaßnahme des Obstbauern stellte mir vor Augen, dass wir in der Zeit der schrecklichen Covid-19 Pandemie uns versuchen, äußerlich zu schützen: durch viele Maßnahmen, die uns Virologen ans Herz legen, und die es bitte gilt, genauestens zu befolgen.

Jedoch ist nicht nur der äußere Schutz von uns Menschen dringend angesagt, damit wir möglichst nicht zu Schaden kommen. – Es ist auch das Gebot der Stunde dafür zu sorgen, dass unser Innerstes, unsere Seele nicht Schaden nimmt bei der Fülle der Einschränkungen im Alltag, die wir zur Zeit aushalten müssen: unsere sozialen Kontakte und auch Freizeitmöglichkeiten sind in dieser Zeit stark eingeschränkt. Seit längerem ist es nicht möglich, mit Mitchristen in der Öffentlichkeit Gottesdienst zu feiern. So scheint auch unser Innerstes geschwächt zu werden, wenn wir uns nicht ähnlich zurüsten wie wir es am beschriebenen Beispiel von den Obstgärtnern lernen können.
So lade ich Sie ein, sich selbst etwas Gutes zu tun, das Ihrer Seele guttut: ein gutes Buch, ein Telefonat mit einem lieben Menschen, ein Text aus der Heiligen Schrift oder ein Gebet, geistliche Gedanken, die Sie in diesen Tagen auf vielen Homepages in unserer Region und darüber hinaus finden können.
Entdecken Sie die Schönheit und den Trost unseres Glaubens in Worten, die Sie persönlich ansprechen, die Ihnen – so hoffe ich – Mut zusprechen, die Ihnen Vertrauen im Blick auf Gottes barmherzige Liebe schenken. Ein Versuch wäre es wert.
Die drei im Buch Daniel beschrieben Männer haben ihr ganzes Leben auf Gott gesetzt, trotz der großen Not, die sie erfahren mussten. Und letztendlich siegte die Liebe und Zuneigung Gottes über die Hartherzigkeit von König Nebukadnezzar.
Wäre es nicht auch ein Versuch wert, Gott gerade in unseren bedrängenden Tagen die Treue zu halten und auch weiterhin auf Seine große Liebe zu hoffen? – Ich wünsche Ihnen die stärkenden Worte, die Ihnen Kraft und Zuversicht schenken, diese schwere Zeit auszuhalten und zu bestehen.
Gott schütze Sie!

Günter Puts, Pfr.

Beten wir gemeinsam ein Vater unser für einen lieben Menschen, der Ihnen besonders am Herzen liegt.

„Wer unterm Schutz des Höchsten steht, im Schatten des Allmächtgen geht, wer auf die Hand des Vaters schaut, sich seiner Obhut anvertraut, der spricht zum Herrn voll Zuversicht: Du meine Hoffnung und mein Licht, mein Hort, mein lieber Herr und Gott, dem ich will trauen in der Not.

Er weiß, dass Gottes Hand ihn hält, wo immer ihn Gefahr umstellt; kein Unheil, das im Finstern schleicht, kein nächtlich Grauen ihn erreicht. Denn seinen Engeln Gott befahl, zu hüten seine Wege all, dass nicht sein Fuß an einen Stein anstoße und verletzt mög sein.

Denn dies hat Gott uns zugesagt: Wer an mich glaubt, sei unverzagt, weil jeder meinen Schutz erfährt; und wer mich anruft, wird erhört. Ich will mich zeigen als sei Gott, ich bin ihm nah in jeder Not; des Lebens Fülle ist sein Teil, und schauen wird er einst mein Heil.“

KLAGE UND VERTRAUEN
in der Not der Pandemie HERR, ohnmächtig stehen wir vor dir.
Die Nachrichten erschrecken uns tagein, tagaus.
Und die aktuellen Infektionszahlen klingen bedrohlich.
Verunsichert und furchtsam blicken wir in die Zukunft – und rufen zu dir:
Wie lange noch, HERR,*
vergisst du mich ganz?
Wie lange noch verbirgst du dein Angesicht vor mir?
Wie lange noch muss ich Sorgen tragen in meiner Seele,*
Kummer in meinem Herzen Tag für Tag?
Blick doch her,*
gib mir Antwort, HERR, unser Gott,
erleuchte meine Augen,*
beruhige meine Seele, auf dass ich nicht wanke.
In all der Unsicherheit sei du mein Fels,*
bei aller Ungewissheit sei du mit mir auf meinen Wegen.
(nach Psalm 13)

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