Impuls 31.12.2020

Impuls zum 31.12.2020

Silvester – Jahreswechsel


Ein neues Jahr steht uns bevor: Das Jahr 2021.

Was wird uns dieses neue Jahr bringen? Das alte Jahr 2020 brachte uns viel Verwirrung und Unsicherheit. Niemand wusste in den ersten Monaten mit dem unbekannten Virus umzugehen. Die ersten Wochen ließen uns sehr verunsichern.

Sagen wir jetzt: Auf ein Neues! In Zuversicht? Oder eher in Angst?

Als Christen dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns auch im kommenden Jahr zur Seite steht. Er möchte uns umgeben mit Seiner Liebe und Seiner Fürsorge.

Guter Gott, sei bei uns, gerade in den Augenblicken der Verunsicherung und der Ratlosigkeit, denn Du hast uns durch Deinen Sohn versprochen: „Ich bin bei Euch, alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,20 b)

GL 793,1-2,4+7

1. Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.

2. Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.

4. Doch willst du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, dann wolln wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört dir unser Leben ganz.

7. Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Evangelium (Kohelet 3,1-15)
1 Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:
2 eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Ausreißen der Pflanzen,
3 eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen,
4 eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz;
5 eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steinesammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,
6 eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten/ und eine Zeit zum Wegwerfen,
7 eine Zeit zum Zerreißen/ und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden,
8 eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.
9 Wenn jemand etwas tut – welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt?
10 Ich sah mir das Geschäft an, für das jeder Mensch durch Gottes Auftrag sich abmüht.
11 Das alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit. Überdies hat er die Ewigkeit in ihr Herz hineingelegt, doch ohne, dass der Mensch das Tun, das Gott getan hat, von seinem Anfang bis zu seinem Ende wiederfinden könnte.
12 Ich hatte erkannt: Es gibt kein in allem Tun gründendes Glück, es sei denn, ein jeder freut sich und so verschafft er sich Glück, während er noch lebt,
13 wobei zugleich immer, wenn ein Mensch isst und trinkt und durch seinen ganzen Besitz das Glück kennenlernt, das ein Geschenk Gottes ist.
14 Jetzt erkannte ich: Alles, was Gott tut, geschieht in Ewigkeit. Man kann nichts hinzufügen und nichts abschneiden und Gott hat bewirkt, dass die Menschen ihn fürchten.
15 Was auch immer geschehen ist, war schon vorher da, und was geschehen soll, ist schon geschehen und Gott wird das Verjagte wieder suchen.

Alles hat seine Zeit

Der Weisheitstext aus dem Buch Kohelet schenkt uns auf anschauliche Weise das Bewusstsein, dass wir nicht alles im Leben selbst beeinflussen können: Alles hat seine bestimmte Zeit, und wir müssen auch – gerade in dieser schwierigen Zeit – erkennen, dass nicht alles in unserem Leben wunschgemäß verläuft.

Doch ist der Text auch ein tröstender Text: „Es gibt für jedes Geschehen eine bestimmte Zeit“ (Koh 3,1). Alles hat einen Anfang und einen Beginn.

Vielleicht lässt uns dieser Text mit Blick auf das Neue Jahr 2021 ein wenig Gelassenheit gewinnen: Wir können nicht alles in unserem Leben selbst regeln, wir sind auch im Leben mit Gegebenheiten konfrontiert, die wir geduldig annehmen müssen.

Ein Hoffnungsgedanke für mich sagt mir: Trage alles, was Dir im Leben widerfährt – auch das Schwere und kaum Auszuhaltende – vor das Angesicht Gottes.

Es ist Manches im Leben schwer zu ertragen, wir alle kennen diese Grenzsituation, doch der an Weihnachten in die Welt gekommene Gott möchte nicht, dass wir verzweifeln und das Leben verlieren, sondern er möchte ein Gott sein, der Trost und Zuversicht schenkt und uns das Leben schenken.

So wünsche ich Ihnen für das Jahr 2021 Zuversicht, dass nach all den Leiden und Mühen der vergangenen Wochen und Monate ein Licht der Hoffnung am Horizont aufleuchtet, ein Licht, das uns den rechten Weg weist.

Gottes Segen begleite Sie und an die Menschen die Sie in Ihrem Herzen tragen.

Ich wünsche Ihnen ein von Gott begleitetes Neues Jahr.

Vater unser

Guter Gott, schenke uns ein waches und offenes Herz auch im Neuen Jahr. – Lass uns Vertrauen finden, dass Du der „ich bin da“ (Ex 3,14) auch und gerade in schwieriger Zeit für uns bist. Lass uns mit Vertrauen in das Neue Jahr 2021 gehen. Mit Dir kann uns alles gelingen. Ehre sei Dir in alle Ewigkeit. Amen.

Günter Puts, Pfr.

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