Impuls zum Tagesevangelium
Mittwoch der 3. Woche im Osterkreis (29.04.2020)

Evangelium (Joh 6, 35-40)

Es ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:
35Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.
36Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt gesehen, und doch glaubt ihr nicht.
37Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen;
38denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
39Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.
40Denn es ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.

 

Impuls

Liebe Zeitgenossinnen  und Zeitgenossen,
„der vollständige Mensch”, betont der bekannte Psychologe Horst-Eberhard Richter, „ist nicht, wie wir uns immerfort weismachen wollen, der ewig jugendliche Besitzer der höchsten Fitness, der unver­wüstliche Supermensch, der sich gegen alle wissen­schaftlichen Risikofaktoren schützt, sondern das Wesen, das auch leiden und sterben kann.”
Wir können das Leid weder abschaffen noch ihm davonlaufen, wir müssen lernen, damit umzugehen.
Paulus erlebt das Leid als einen dunklen Tunnel, durch den wir hindurch müssen. Dieser unheimliche Tunnel ist aber nicht endlos, er en­det auch nicht im Nichts, er mündet ein in das Licht und das Leben bei Gott, in seine Herrlichkeit.
„Ich bin über­zeugt”, sagt Paulus, „dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll” (Röm 8,18).
Jesus hat uns nicht versprochen, er werde das Leid endgültig von uns nehmen. Er hat nicht behauptet, er werde uns davon befreien.
Im Gegenteil, er lädt ein, es zu tragen – aber in seiner Nähe! Ihm sollen wir uns an­vertrauen, ihm sollen wir unser müdes Herz öffnen, ihm sollen wir unsere leeren Hände hinhalten.
Er ist unsere Hoffnung. Und wir lassen uns diese Hoffnung nicht zu einem Opium, zu einem Betäubungsmittel missdeuten; wir wis­sen, dass der Trost, den wir daraus schöpfen, keine bloße Vertröstung ist.

 

Ich wünsche Ihnen / Euch, trotz aller Widrigkeiten, eine erträgliche Zeit.

 

Ihr / Euer Karl Aymanns, Diakon
in St. Matthias Schwalmtal

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