Impuls zum Tagesevangelium
Dienstag der 3. Woche im Osterkreis (28.04.2020)

Evangelium (Joh 6, 30-35)

Nicht Mose, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
In jener Zeit sagte die Menge zu Jesus: 
30Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du?
31Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.
32Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.
33Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.
34Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot!
35Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Impuls

Im heutigen Evangelium hören wir den Satz Jesu:
„Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben“.
Die Grundlage der Ich-bin-Worte Jesu ist die alttestamentliche Offenbarungsformel Gottes: Ich bin, der ich bin (Exodus 3,14). In Jesus offenbart sich Gott selbst, das ist die Kernaussage der Ich-bin-Worte Jesu.
„Ich bin das Brot des Lebens“ (Joh. 6,35; vgl. 6,41.48.51) ist das erste der Ich-binWorte im Johannesevangelium.
Dieses Wort war nicht nur für die Zuhörer Jesu eine ungeheure Provokation, sondern ist es bis heute.
„Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben“.
Wenn das wahr ist, warum sitzen wir dann noch ängstlich, geizig, eifersüchtig und auf Absicherung bedacht in unseren Schneckenhäusern?
Wir haben schon alles geschenkt bekommen! Wir dürfen es annehmen!
Den Hunger und den Durst, den wir tief in uns tragen, kann nichts und niemand auf dieser Erde wirklich stillen.
Diese tiefste Sehnsucht nach Sinn, Glück, Liebe, Transzendenz kann nur Gott stillen.
Es braucht einen mutigen Sprung, Jesus sein Wort zu glauben.
Es braucht die ganz persönliche Entscheidung ihm sein Wort abzunehmen:

Ich bin das Brot des Lebens
Ich bin da, wenn du hungrig bist
nach Zuwendung und Zärtlichkeit

Ich bin da, wenn du durstig bist
nach Liebe und Leben

Ich bin da, wenn du Ausschau hältst
nach Sinn und Weite

Ich bin da, wenn du den Mangel spürst
an Hoffnung und Perspektive

Ich bin da, wenn du Hunger hast
nach Achtung und Anerkennung

Ich bin da, wenn du Sehnsucht hast
nach Heimat und Gemeinschaft

Ich bin da, wenn du in Erwartung lebst
auf Heil und Zukunft

Ich bin da, wenn du ein Du suchst
für Zeit und Ewigkeit

Ich bin der, ich bin da
Ich bin das Brot des Lebens

Gott behüte Sie
Raphaela Ernst

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