Impuls 27.12.2020

Impuls zum 27.12.2020

Lobpreis des greisen Simeon


Weihnachten ist   d a s   Fest der Freude für uns Christen: Gott kommt zu uns Menschen, in der Gestalt eines kleinen, auf Hilfe angewiesenen Kindes.

Die Herzen derjenigen, die ihn – wie Simeon – sehnsüchtig erwarten, werden erfüllt von großer Freude und Angenommensein.

All unser Verloren sein, unser nicht Weiterwissen, wird durch das Kommen Gottes aufgehoben: Gott nimmt sich uns Menschen an. Dies ist ein Grund so solch großer Freude.

GL 245,1+2
Menschen, die ihr wart verloren, lebet auf, erfreuet euch! Heut ist Gottes Sohn geboren, heut ward er den Menschen gleich. Lasst uns vor ihm niederfallen, ihm soll unser Dank erschallen: „Ehre sei Gott, Ehre sei Gott, Ehre sei Gott in der Höhe!“

Welche Wunder reich an Segen stellt uns dies Geheimnis dar! Seht, der kann sich selbst nicht regen, durch den alles ist und war. Lasst uns vor ihm niederfallen, ihm soll unser Dank erschallen: „Ehre sei Gott, Ehre sei Gott, Ehre sei Gott in der Höhe!“

Evangelium (Lk 2, 22-40)

Das Kind wuchs heran; Gott erfüllte es mit Weisheit

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
22Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen,
23gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein.
24Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
25In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm.
26Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe.
27Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war,
28nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:
29Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
30Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
31das du vor allen Völkern bereitet hast,
32ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
33Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.
34Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.
35Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selber aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.
36Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Pénuels, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt;
37nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.
38In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
39Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück.
40Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.

Lobpreis des greisen Simeon

Liebe weihnachtlich beschenkte Mitchristen!

Das Evangelium am 27. Dezember, dem Fest der Heiligen Familie schenkt uns die Perikope von der Begegnung des greisen Simeon und der Witwe Hannah:

Zwei Menschen im hohen Alter und voller Weisheit des Lebens erkennen den wahren Sinn ihres Erdendaseins: Meinem Retter und meinem Erlöser darf ich in dieser Stunde begegnen. Dies ist ein großes Geschenk für sie.

So hoffe ich, dass Sie im Kreis Ihrer Familie – vielleicht in diesem Jahr ein wenig anders, aber nicht weniger  herzlich – die Freude über die Geburt Gottes in Ihr Leben hinein sich gegenseitig schenken konnten, ähnlich erfreut wie Simeon und Hannah, die uns im Text des sonntäglichen Evangeliums begegnen.

Freude darüber zu verspüren, dass Gott als unser Retter und Erlöser in die Welt gekommen ist, sind eine Gabe, dass uns als glaubende und vertrauende Christen Zuversicht verheißt.

In wenigen Tagen stehen wir an der Schwelle eines neuen Jahres. Wir wissen nicht, was uns dieses Jahr 2021 bringen wird, welche Überraschungen positiver Art, aber auch welche Momente der Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit uns erwarten werden.

Doch dürfen wir zuversichtlich sein, dass uns im Kreis der Menschen, die mit uns leben, die uns wichtig sind, die wir lieben, jemand ist, der ebenso uns Hoffnung, Zuversicht, Trost und Freude schenken möchte.

So wünsche ich Ihnen am heutigen Familiensonntag die Freude an der Gemeinschaft mit den Menschen, die zu Ihnen gehören.

Vielleicht schenken Sie etwas von dieser Freude und Dankbarkeit an die weiter, deren Leben durch die unterschiedlichsten Gründe weniger froh und gelungen ist: Durch unser Weiterschenken dieser Freude über das Angekommensein Gottes in unsere Welt entzünden wir viele Lichter der Freude und der Hoffnung an und lassen diesen Menschen es warm werden in ihrem Herzen. Ein Versuch ist es wert, gerade heute.

Vater unser

Guter Gott, danke dafür, dass Du in unsere Welt gekommen bist. Lass uns wie Simeon und Hannah gerade in diesen Tagen froh und dankbar sein und hilf uns dabei, diese Freude und Hoffnung denen weiter zu schenken, die sich in dieser Zeit besonders danach sehnen.

Günter Puts, Pfr.

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