Impuls 23.12.2020

Impuls zum 23.12.2020

Die Radikale Alternative

Man kann die Provokation, die darin liegt, ein Baby in der Krippe als Retter zu, nicht hoch genug einschätzen. Wenn man die Messiasse von heute anschaut, die nicht in Windeln gewickelt, sondern in Unrecht verwickelt sind, die im Privatjet zur Erde kommen oder im Slim-Fit-Anzug einherschreiten – dann versteht man mit einigem Vergnügen die Ironie des Lukas, der die aberwitzige Chuzpe hatte, so von einem Gottessohn und Messias zu reden, und der damit die Welt auf den Kopf stellte.

Man braucht Bilder davon, wie eine heile Welt ausschaut. Das beschreibt der Prophet Jesaja in einer überwältigenden Vision: In der heilen Welt „gibt es keinen Säugling mehr, der nur wenige Tage lebt; keinen Greis, der nicht das volle Alter erreicht. Sie werden Häuser bauen und selbst darin wohnen. Sie arbeiten nicht mehr vergebens, sie bringen nicht Kinder zur Welt für einen jähen Tod.“ Das ist keine Vorlage für einen Koalitionsvertrag, sondern Realvision eines Friedens, der mehr ist als Waffenstillstand. Das ist der Friede auf Erden, wie er sein soll – und der zu schön ist, um nicht wahr zu sein.

Es ist eine Utopie. Die Lieder, die davon handeln, halten den Glauben an eine radikale Alternative fest. Das Leben würde depressiv ohne diese Widerstandslieder. Und wenn sie einen verstören, weil die Wirklichkeit so entsetzlich anders ist, haben sie Erfolg. Denn nur Menschen, die sich stören lassen und etwas vermissen, sind offen für die Sehnsucht, die nach Veränderung sucht:

Das ist Weihnachten

Heribert Prantl

Lassen wir uns durch den erzwungenen „Ruhestand“ stören und sind offen für die Weihnachtsbotschaft. Sie ist eine radikale Alternative.

Gabi Terhorst

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