Impuls zum Tagesevangelium
Donnerstag der 2. Woche im Osterkreis (23.04.2020)

Evangelium (Mk 16, 9-15)

Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
31Er, der von oben kommt, steht über allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen.
32Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an.
33Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist.
34Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt.
35Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.
36Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.

Impuls

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Wer die Evangelienperikope (Joh3,31-36) des heutigen Donnerstags liest, der könnte sich aus der Zeit des Evangelisten Johannes heraus direkt in unsere Zeit versetzt fühlen.

„Er, der von oben kommt, steht über allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen“.

Ist das wirklich so? Gilt das heute noch? Nun, wer in diese Welt hinein schaut kommt nicht daran vorbei den Autoritätsverlust an allen Ecken und Enden zu bemerken: Polizisten, Lehrer und so manch andere Berufsgruppen leiden darunter.

Auch in der Politik wird alles und jedes hinterfragt und kritisiert. Gerade in der derzeitigen Corona Krise werden viele sinnhafte Entscheidungen nicht als solche anerkannt. Opponieren scheint zuweilen zum Prinzip zu werden.

Diese ganz weltlichen Fragen betreffen aber auch uns als Kirche, als Gemeinschaft von Glaubenden.

Ja, es stimmt sicherlich, dass unsere Kirche es uns nicht immer leichtmacht. Auch unsere Autoritäten geben doch immer wieder Anlass zu Kritik und Anfragen.

Aber haben wir bei all dem noch den im Blick der unsere äußerste und oberste Autorität ist? Haben wir den im Blick, der von oben kommt, der über allem steht? Reden wir – auch in Kirche – nicht doch sehr häufig sehr irdisch?

Und stimmt nicht auch zuweilen der Satz im Evangelium: „Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an.“

Wir erschöpfen uns oft im kirchlichen Tun und Handeln und das ist ja auch alles gut und richtig so. Vergessen wir aber nicht auch zu häufig unsere innere Verfasstheit, unsere geistliche Grundlage für das Tun und Handeln? Wie steht es um unsere Frömmigkeit? Oder ist das allein schon eine provokative Frage?

Gerade in dieser Zeit, in der wir oft auf uns selbst zurückgeworfen fühlen und die Zeit haben, wieder einmal nach unserem Innersten zu sehen, haben wir auch die Chance, den noch einmal neu wahrzunehmen der von oben kommt, der über allem steht, denn der, der aus dem Himmel kommt, steht über allem.

Stellen wir Gedanken und Herz noch einmal neu für IHN auf Empfang.

Herzlichst Ihr Diakon W. Türlings aus Brüggen

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