Impuls 22.05.2020

Impuls zum Tagesevangelium
Freitag der 6. Woche im Osterkreis (22.05.2020)

Evangelium (Joh 16, 20-23a)

Niemand nimmt euch eure Freude
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
20Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln.
21Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist.
22So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wieder sehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude.
23aAn jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.

Impuls

Liebe Mitchristen
Von den Aposteln heißt es, dass sie nach der Himmelfahrt des Herrn vom Ölberg nach Jerusalem zurückkehrten und dort zusammen mit den Frauen und Maria einmütig im Gebet verharrten 8vgl. Apg 1,12-14). Ihrem Beispiel folgen die Gläubigen, wenn sie in den neun Tagen (Novene) zwischen Himmelfahrt und Pfingsten in besonderer Weise um den Heiligen Geist beten.

„Als Paulus in Korinth war, sagte der Herr nachts in einer Vision zu ihm: Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun.“ (Apg 18,9-10a)

Als ich diese Stelle aus der Lesung des heutigen Tages meditierte dachte ich: Na, du hast ja gut reden und erwischte mich selber dabei, dass auch ich manchmal schweige. Der mutige Paulus. Er blieb noch ein Jahr und sechs Monate in Korinth und lehrte das Wort Gottes.

Was sagt Gott mir inmitten der noch immer anhaltenden Angst vieler Menschen während der noch immer gefährlichen Corona Pandemie?

Viele äußern diese Angst nur indirekt, über Umwege z.B. von Demonstrationen gegen die auferlegten Corona Maßnahmen oder in Form von Verschwörungstheorien. Manche ziehen sich mehr oder weniger vollständig zurück und schweigen.

Es sind inzwischen Lockerungen beschlossen, auch in unserem Bistum. Die Furcht scheint durch diese Lockerungen aber größer zu werden.

Ich gebe zu, auch ich habe Angst und zudem liegen mir

die Kontaktbeschränkungen schwer auf dem Herzen. Ich spüre, es geht darum genau dies anzunehmen, quasi einverstanden zu sein und dann die Bedrängnis auch zu benennen. Von innen nach außen, nicht umgekehrt. So bin ich Pilgerin im Herzen und begegne vielen anderen Pilgern und Pilgerinnen.

Der Heilige Geist, um den wir in diesen Tagen besonders beten und dem ein Verkündigungsauftrag inne wohnt ist in mir und in dir und in Ihnen. Daran ändert auch Corona nichts.

Mit herzlichen Grüßen

Ute Maria Spitzer
Gemeindereferentin in der Weggemeinschaft Born, Bracht und Brüggen

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