Impuls zum Tagesevangelium
Mittwoch der 2. Woche im Osterkreis (22.04.2020)

Evangelium (Joh 3, 16-21)

Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit die Welt durch ihn gerettet wird
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

16Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
17Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
18Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.
19Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse.
20Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.
21Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

Impuls

Geht Ostern in unserem Leben weiter?

In dieser Osterzeit wird aus der Apostelgeschichte gelesen. Da werden Geschichten erzählt, wie das mit der  Auferstehung weitergegangen ist und weitergeht.  Sie sind wie eine  Anleitung, die Kraft der Auferstehung in unserem Leben heute zu entdecken. In dem Abschnitt  Apostelgeschichte 5,17- 26 wird von einer bedrängenden Situation für die Apostel erzählt, einengend ist sie  und bedrohlich:

18Sie ließen die Apostel verhaften und in das öffentliche Gefängnis werfen.“

Und dann die wunderbare Erfahrung

19Ein Engel des Herrn aber öffnete nachts die Gefängnistore und führte sie heraus.

Dieser Satz fällt mir in die Augen und berührt mich.
Damals kam ein Engel des Herrn, öffnete die Gefängnistore und führte sie hinaus. Das weckt Zuversicht und Hoffnung, öffnet mir die Augen und das Herz für Auferstehungserfahrungen heute. Der „Engel“, also einer, den der Himmel geschickt hat, kann auch heute öffnen, was gefangen hält und führt hinaus in Weite. Wo können wir das entdecken. Wer kann für uns der Engel sein?

So heißt es in einem Gedicht des Dichterpfarrers Wilhelm Willms

welcher engel wird uns sagen
dass das leben weitergeht
welcher engel wird wohl kommen
der den stein vom grabe hebt

wirst du für mich
werd ich für dich
der engel sein

welcher engel wird uns zeigen
wie das leben zu bestehn
welcher engel schenkt uns augen
die im keim die frucht schon sehn

wirst du für mich
werd ich für dich
der engel sein

welcher engel öffnet ohren
die geheimnisse verstehn
welcher engel leiht uns flügel
unsern himmel einzusehn

wirst du für mich
werd ich für dich
der engel sein

(Wilhelm Willms, der geerdete Himmel 4.5  Kevelaer 1979)

Mit österlichen Grüßen
Ursula Hüsgens

(Pastoralreferentin, Seelsorgerin Grabeskirche St. Anton, Schwalmtal)

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