Impuls zum Tagesevangelium
Donnerstag der 1. Woche im Osterkreis (16.04.2020)

Evangelium (Lk 24, 35-48)
So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren,
35erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.
36Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
37Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.
38Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen?
39Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.
40Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
41Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?
42Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch;
43er nahm es und aß es vor ihren Augen.
44Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist.
45Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift.
46Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen,
47und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.
48Ihr seid Zeugen dafür.

Impuls

Liebe Zeitgenossen/innen,

Als ich vor mehr als 25 Jahren für eine gute Woche Gast der Trappisten im Kloster Maria-Wald war, das oberhalb des kleinen Eifelortes Heimbach liegt, wollte ich dort mich selbst und Gott finden.

Dabei half mir ein hochbetagter Mönch der viel Zeit für mich hatte. Zum Thema Beten berichtete er mir aus seinen eigenen Erfahrungen.

„Wie ich ja nun bemerkt haben müsste, nehme er regelmäßig an den kirchlichen Stundengebeten, im Kreis seiner Mitmönche, teil. Dies tue er zur Befolgung der Ordensregel. Beten sei das für ihn nicht. Beten könne er nur in der Zweisamkeit mit Gott. Dazu gehe er jede Nacht in die Sakramentenkapelle seines Klosters.

„Sieh her, Gott, ich bin vor dir.“

Und daraus ergebe sich des Öfteren ein Zwiegespräch oder auch nichts. Aber immer ginge er nach einer knappen Stunde zufrieden und erfüllt zurück zu seiner nächtlichen Schlafstelle.“

An diese Unterredung musste ich denken, als ich bei der Vorbereitung dieses Denkanstoßes auf einen Text von Sören Aabye Kierkegaard aufmerksam wurde.

(Kierkegaard . *1813 in  Kopenhagen; + 1855 ebenda, war dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und christlicher Schriftsteller.)

Beten heißt: still werden. Er vor mir und ich vor Ihm.

„Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sage. Zuletzt wurde ich ganz still.

Ich wurde, was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist, ich wurde ein Hörender.

Ich meinte erst, Beten sei Reden. Ich lernte aber, dass Beten nicht bloß Schweigen ist, sondern Hören.

So ist es: Beten heißt nicht, sich selbst reden zu hören. Beten heißt: still werden und still sein und warten, bis der betende Gott hört.“

Noch ein kurzes Bibelzitat aus dem ersten Buch der Könige:

… Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle. Da vernahm er seine Stimme …. (1 Kön19,12-14)

Nun, denke ich, ist es besser zu schweigen. …

Ihr / Euer Karl Aymanns, Diakon in St. Matthias Schwalmtal

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