Impuls 14.12.2020

Impuls zum 14.12.2020

Gedenktag Johannes vom Kreuz

Evangelium (Lk 14,25-33)
In jener Zeit,
25 als viele Menschen Jesus begleiteten, wandte er sich an sie und sagte:
26 Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.
27 Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.
28 Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?
29 Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten
30 und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.
31 Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?
32 Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.
33 Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

Impuls

„Damit die Seele lerne, Gott zu lieben, richte sie ihre Augen nicht auf seine Größe, sondern auf die Größe seiner Demut.“[1]

Dieses Zitat, das dem spanische Karmelitermönch Johannes vom Kreuz (1542-1591) zugeschrieben wird, stellt die christliche Perspektive auf die Welt auf den Kopf. Gott macht sich in seiner unbeschreiblichen Größe für uns klein, er zeigt sich demütig, damit wir ihn erkennen und begreifen können. Das geschieht unnachahmlich an Weihnachten durch Gottes Menschwerdung.

Wenn wir uns entscheiden IHM diesen Weg gleichzutun und Menschen zu werden, so wir von IHM gedacht sind, dann bringt dies Konsequenzen mit sich. Manche davon sind abzusehen und planbar, andere überraschend und nicht geplant.

Dies kommt auch in der Kunst zum Ausdruck. Beispielsweise bei Salvador Dali, der mit seiner Kreuzigungsdarstellung diesen Perspektivwechsel vollzieht. Nicht zum Kreuz hinauf, sondern über das Kreuz hinab zur Erde wird der Blick des Betrachters gelenkt. Gottes Blick einnehmen und im Wirken Jesu, von seiner Geburt an, verdeutlicht, so soll unser adventliches Leben sein.

Das Jahr 2020 hat uns zu vielen Perspektivwechseln herausgefordert. Manche haben wir angenommen und manche nicht. Aber eben auch der Glauben hält uns immer wieder den Spiegel dazuhin.

Wagen wir genau hinzusehen und scheuen wir uns nicht die Perspektive zu verändern.

Vater unser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Gebet

Gott und Vater, du hilfst uns immer wieder einen anderen Blick zu wagen. Der heilige Johannes hat vom Kreuz Jesu diesen Blick eingenommen. Hilf auch uns dabei.
Darum bitten wir durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und wirkt in Zeit und Ewigkeit.
Amen.

[1] https://gutezitate.com/zitat/257840, zuletzt zugegriffen: 05.12.2020

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