Impuls zum Tagesevangelium
Dienstag der 1. Woche im Osterkreis (14.04.2020)

Evangelium (Mt 28, 8-15)

Sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus    
Nachdem die Frauen die Botschaft des Engelsvernommen hatten,
8 verließen sie sogleich das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.
9Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.
10Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.
11Noch während die Frauen unterwegs waren, kamen einige von den Wächtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.
12Diese fassten gemeinsam mit den Ältesten den Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld
13und sagten: Erzählt den Leuten: Seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.
14Falls der Statthalter davon hört, werden wir ihn beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr nichts zu befürchten habt.
15Die Soldaten nahmen das Geld und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses Gerücht bei den Juden bis heute verbreitet ist.

Impuls

An diesem dritten Ostertag wird uns im Johannes Evangelium 20,11-18 Maria von Magdala als die Jesus Suchende nahegebracht. Maria geht zum Grab. Aber sie findet Jesus nicht. Sie begegnet zwei Engeln im Grab und etwas abseits einem Gärtner – wie sie Jesus zunächst einordnet. Jesus als Gärtner?

Mir kommt dazu das Bild von Emil Nolde (1867-1956) in den Blick „Der große Gärtner“. Eine Ablichtung hängt in meinem Arbeitszimmer, das Original im Sprengel Museum in Hannover. Nolde hat es 1940 gemalt und darin Gott als den großen Gärtner dargestellt. Wie dieser vorsichtig auf die Erde schaut und zaghaft und sensibel der Kreatur zum Leben verhilft. Das dürfen wir in diesen vorsommerlichen Tagen des Osterfestes 2020 mit viel Sonne und Wärme auch wieder als ein Geschenk von Gott wahrnehmen. Emil Nolde sieht Gott als den Schöpfer und zeichnet ihn als einen großen gütigen Vater, der sich um uns sorgt. Der mit seiner Hand helfend der Kreatur unter die Arme greift.

Maria von Magdala denkt wahrscheinlich nur rein zufällig an einen Gärtner. Aber die Zärtlichkeit und Freundlichkeit der Stimme, in diesem Wort des Gärtners: „Maria“, macht ihr klar: dieser Gärtner ist Jesus, mein guter Freund. Er, der mir so viel Gutes getan hat, lässt sich sehen und hören. Er sucht die Begegnung mit den Menschen. Er begegnet denen, die ihn suchen. Er ist auch uns in diesen Tagen mit Corona nahe, wenn wir ihn aufsuchen in den Kirchen oder Bildstöcken, bei den Spaziergängen und Radtouren in seiner Schöpfung. Gott ist der große Gärtner und er sorgt sich um uns, damit wir leben können. Gott – der große Gärtner ist für uns da.

Suchen wir ihn in seiner Vielfalt und hören wir auf seine liebevolle Stimme, auch da, wo wir ihn nicht sofort entdecken können.

Johannes Quadflieg, Pfarrer St. Benedikt Grefrath und Regionalvikar der Region Krefeld-Kempen-Viersen

Nach oben