Impuls zum Tagesevangelium
Mittwoch der 5. Woche im Osterkreis (13.05.2020)

Evangelium (Joh 15, 1-8)

Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
1Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer.
2Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
3Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.
4Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.
5Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
6Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.
7Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.
8Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Impuls

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,
heute hören wir in der Lesung aus der Apostelgeschichte von der Entstehung der Gemeinde in Antiochia. Diese Stadt lag damals in Syrien (heute „Antakya“, Hauptstadt der türkischen Provinz) und war ein Schmelztiegel der Nationen. Viele Griechen hielten sich hier auf. Einige der zum Glauben an Christus gekommenen, fliehen vor der Gewalt gegen Stephanus hier hin.  So kommt es, dass sie zum ersten Mal auch den Griechen die Botschaft von Jesus verkünden und viele zum Glauben kommen.

Und dann passiert Gemeindebildung: Aus Jerusalem wird Barnabas nach Antiochia geschickt, um sich um die vielen neuen Mitglieder zu kümmern. Er sieht die große Gnade Gottes und die guten Vorsätze der neuen Jüngerinnen und Jünger. Dann holt er sich einen zweiten Seelsorger, Saulus, dazu und bleibt mit ihm ein Jahr lang in der neuen Gemeinde, um dort zu lehren und zu wirken. Diese Wirkung muss sehr groß gewesen sein, denn die „anderen“ dort werden aufmerksam und nennen diese neue Gemeinde zum ersten Mal die „Christen“.

Die JüngerInnen nennen sich also nicht selbst so, sondern bekommen diesen Hoheitstitel von den übrigen Bewohnern verliehen. Was heißt das für damals und auch für uns, ein Christ, eine Christin zu sein? Christ*in sein heißt, die Botschaft aufnehmen und im Herzen tragen und das, was ich davon verstanden habe, mit anderen leben und wirken. Dann werden andere darauf aufmerksam und sprechen mir diesen Titel zu. Nicht ich sage, ich bin Christin, sondern die Menschen merken durch mich und mein Handeln, dass ich Christin bin.

Dieser Titel wird uns verliehen. Fragen wir uns selbst: Was bedeutet es mir, diesen Hoheitstitel „Christ“ oder „Christin“ zu tragen?

Es grüßt Sie herzlich

Katrin Hollmann
Gemeindereferentin in der Weggemeinschaft Born-Bracht-Brüggen

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