Impuls 12.12.2020

Impuls zum 12.12.2020

„Das andere Weihnachten“

Als ich in den letzten Tagen so innerlich mit weihnachtlichen Gedanken unterwegs war, da fiel mir ein Artikel aus der Zeitschrift der Steyler Missionare auf. In dem Artikel „Das andere Weihnachten“ schreibt die Autorin Xenia Frenkel ganz treffend: „Weihnachten 2020 wird anders sein. Nicht weniger schön, ganz im Gegenteil.“

Und sie fragt ein wenig später: „Wann ist Weihnachten eigentlich so hektisch und laut geworden? In den letzten Jahren stolperte man lange vor dem ersten Advent an jeder Ecke über Glühweinstände, um die sich Einheimische und Touristen mit lustigen Nikolausmützen scharten. Man kämpfte sich durch überfüllte, illuminierte Fußgängerzonen und Kaufhäuser, in denen vor lauter Glitzershow das Christkind keinen Platz mehr hatte. Ganz so wird es in diesem Jahr wohl nicht zugehen.“

Ich finde, dass sie Recht hat. Zum einen haben wir, die etwas Älteren doch alle ein ganz anderes Weihnachtsfest in Erinnerung. Ein Fest, an dem es doch noch ein wenig besinnlicher zuging, Türen zuweilen verschlossen waren und Plätzchen gebacken wurden.

Aber nicht nur das, es war auch noch üblicher als heute die Christmette zu besuchen und die Namen Maria und Josef genauso im Sinn zu haben, wie vor dem Tannenbaum „Oh du fröhliche“ zu singen.

Warum erzähle ich Ihnen und Euch das alles? Weil ich mir vorstellen kann, dass die manchmal verwirrende und verrückte Zeit in der wir leben, vielleicht auch eine kleine Chance in sich bergen könnte.

Wenn Weihnachten 2020 wirklich anders sein wird, dann tatsächlich (wieder) auch ein wenig schöner?

Das ganze Jahr sind wir alle geschäftig unterwegs, schauen auf tägliche Aufgaben und Verpflichtungen, auf all die Probleme und Anfragen an uns, die das Leben nun mal so mit sich bringt. Und so manches Mal überlege ich, ob uns nicht der Blick für das Wesentliche verloren gegangen ist. Dieses Weihnachten mit seinen besonderen Bedingungen, führt uns vielleicht auch wieder dazu, neu auf den zu schauen, der der Urgrund dieses Festes ist: Jesus Christus, in dem Gott Mensch wie wir wurde.

In bescheidensten Verhältnissen einer Krippe geboren, wurde er zum größten Weltveränderer, zu einem wirklichen Revolutionär. Seither und bis heute wird die Zeit in „vor Christus“ und „nach Christus“ eingeteilt. Ich weiß ja, dass das alle wissen, aber lasst es uns noch einmal tief verinnerlichen, damit es in uns „weihnachten“ kann….ein wenig anders, aber schöner.

Froh machende Weihnachten wünscht:
Diakon Wolfgang Türlings aus Brüggen 

Nach oben