Impuls zum Tagesevangelium
Ostersonntag (12.04.2020)

Liebe österlich gestimmten Mitchristen,
die Liturgie des Ostersonntags stellt uns einen Wettlauf der beiden Jünger, Petrus und Johannes, vor Augen.

Gemälde von E. Burnand 1898 (Foto: Wikipedia)

Sie hören von Maria von Magdala, dass das Grab leer sei und machen sich sofort auf den Weg. (Joh 20,2-4) Ja, sie eilen zum Grab, um möglichst schnell an der Stelle zu sein, wohin Jesus nach seinem Tod am Kreuz begraben worden ist.
Und der Jüngere von Beiden, Johannes, gelangt als erster ans Grab. Er ist gleichsam der Sieger im Wettlauf der zwei Jünger. Doch Johannes geht nicht in das leere Grab hinein. (Joh 20,5) Petrus, der erst später eintrifft, geht als erster in die Grabhöhle hinein: „er sieht die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch Jesu, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte.“ (Joh 20,7) – Erst danach geht Johannes ins Grab hinein: „er sieht und glaubt“. (Joh 20,8)
Wenn wir auf die Deutung der Kirchenväter zu dieser Textstelle schauen, sehen sie darin eine Aufforderung zum „Wetteifern“ der Gläubigen in der Suche nach Christus.
Maria von Magdala findet und erkennt den Herrn, als er ihren Namen nennt. (vgl. Joh 20,16) So können auch wir den Herrn in unserem Leben finden, wenn wir ihn aufrichtig suchen; ja, er selbst kommt uns vielmehr entgegen und lässt sich erkennen, indem er uns beim Namen ruft. Ja, auch in diesen schwierigen Zeiten ruft uns Gott beim Namen. – Er lässt uns nicht allein, gerade in dieser für uns alle so unbekannten Lebenslage.
Weitere Jünger begegnen dem Auferstandenen auf dem Weg nach Emmaus. (Lk 24,13-35) Jesus gesellt sich als Weggefährte zu ihnen, erschließt ihnen den tieferen Sinn der Schrift und gibt sich beim Brotbrechen zu erkennen. Jesus Christus zeigt sich den Seinen als der, der lebt. Er ist jedoch nicht einfach vom Tod zurückgekehrt, sondern er ist hinübergegangen in ein neues Leben. Dies schafft auch eine neue Beziehung der Jünger zu Christus, wie wir in besonderer Weise bei Thomas sehen. Der Herr zeigt ihm die Wundmale, die bleibenden Zeichen seines Kreuzesleidens und seiner Liebe, und Thomas bekennt voll Glauben: „Mein Herr und mein Gott“ (Joh 20, 28).
Das österliche Evangelium ist also immer eine Botschaft, in der der Auferstandene den Menschen, die glauben, begegnet.
Gerade in den dunklen und schweren Momenten des Lebens möchte er uns nahe sein, möchte er uns seinen Zuspruch und seine Liebe erweisen.
Vielleicht nehmen wir uns etwas von der wunderbaren Glaubensstärke des Johannes und seine tiefe Liebe zu Christus zum Beispiel. Vielleicht spüren wir in dieser Zeit besonders, dass uns Gott gerade heute nahe sein möchte und im Leben stärken möchte.
So wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Osterfest, in der Sie die Liebe Gottes zu uns Menschen in besonderer Weise erfahren.
Das wünscht Ihnen Ihr Pastor

Günter Puts, Pfr.

Gebet beim Anzünden der Osterkerze
Gott, du Freund des Lebens, diese Osterkerze wollen wir anzünden und dankbar an das Leben denken, dass du uns geschenkt hast.
Sie sei auch ein Sinnbild unseres Vertrauens darauf, dass Du das Licht bist, das jedes Dunkel aufzuhellen vermag.
Herr, wir haben Anliegen und Sorgen. Sie bewirken in uns Dunkel.
Dein Licht aber mag uns helfen, dass wir für uns den nächsten Schritt erkennen und mutig auch wagen.
Entzünde in uns das Feuer deiner Liebe, damit wir selbst zum Lichte werden, das leuchtet und wärmt und tröstet.
Lass‘ unsere schwerfälligen Zungen in dieser Osterzeit neue Worte finden, die von deiner Liebe und Schönheit sprechen.

Darum bitten wir dich im Namen unseres auferstandenen Herrn. Amen.

Allmächtiger, ewiger Gott, am heutigen Tag hast du durch deinen Sohn den Tod besiegt und uns den Zugang zum ewigen Leben erschlossen.
Darum begehen wir in Freude das Fest seiner Auferstehung.
Schaffe uns neu durch deinen Geist, damit auch wir auferstehen und im Licht des Lebens wandeln. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

1. Erschalle Laut, Triumphgesang! / Triumph der Heiland ist erstanden! / Besieget liegt der Tod in Banden, / den seine Gottesmacht bezwang: / Das Heil der Welt ist wirklich da! Halleluja.
2. Uns schreckt nun nicht des Todesnacht, / vor der die Väter einst erbebet: / denn der am Kreuze starb, er lebet / und hat das Leben uns gebracht, / und Todesfurcht ist nicht mehr da. Halleluja.

Evangelium (Joh 20,1–9)
Er sah und glaubte
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
1
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.
2 Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben.
3 Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab;
4 sie liefen beide zusammen, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab.
5 Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein.
6 Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen
7 und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.
8 Da ging auch der andere Jünger, der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.
9 Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse.

Fürbitten
Herr Jesus Christus, du Licht und Freude des Lebens. In dieser österlichen Zeit schenkst du uns mehr, als wir zu hoffen wagen. Dir tragen wir unsere Bitten vor:

  • Für alle Männer und Frauen, die sich zu dir bekennen und der frohmachenden Botschaft von Ostern Glauben schenken: Christus, du Sieger über den Tod, A: wir bitten dich, erhöre uns.
  • Für die Richtungslosen, Hoffnungslosen, die Überforderten und für alle, die ihr Leben als dunkel und traurig erleben:
  • Für alle Menschen, die die Suche nach dir abgebrochen haben und nicht mehr glauben können oder nicht mehr glauben wollen:
  • Für unsere Mitmenschen, die sich verausgaben in pausenloser Arbeit oder Ablenkung, in Unrast, Spaß und Vergnügen:
  • Für die Kranken und Sterbenden und für alle, für die das Leben in diesen Tagen besonders schwer und anstrengend empfinden:
  • Für die Verstorbenen, schenke ihnen Anteil an deiner Auferstehung und tröste ihre Angehörigen in dieser schweren Zeit.

Um dies und um vieles, was unausgesprochen blieb, dürfen wir dich, du auferstandener Christus, bitten. Wir danken dir und preisen dich mit Gott, dem Vater und dem Heiligen Geist. Jetzt und an allen Tagen unseres Lebens. Amen.

Vater unser

Für den Tag und für die Woche Jeden Morgen machen wir uns auf den Weg zum Grab unserer Hoffnung.
In das Linnen der Enttäuschung gewickelt, von den Felsen der Unwiderruflichkeit umschlossen, von den Wächtern unserer Versäumnisse bewacht, wartet sie dennoch auf uns.
In Gestalt einer Blüte, im Tonfall eines Gesprächs, in den Buchstaben einer Schrift, in der Wärme einer grüßenden Hand.
Der uns darin ruft, den rufen wir an:
Rabbuni. Das heißt Meister. Über dem leeren Grab wölbt sich ein strahlender Himmel. Ostern. Heute. Morgen. Und jeden Tag.

Margarete Kubelka

Allmächtiger Gott, du hast deiner Kirche durch die österlichen Geheimnisse neues Leben geschenkt. Bewahre und beschütze uns in deiner Liebe und führe uns zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Segen
Der lebendige Gott begleite uns alle,
auf den Wegen unseres Lebens. –

An diesem Osterfest sei er uns spürbar nahe
in all unserer Freude und all unserem Schmerz. –

Er selbst lasse unser Leben gelingen
und beschütze uns und all unsere Lieben. –

Das gewähre uns der Vater, der + Sohn und der Heilige Geist. Amen.

1. Das Grab ist leer, der Held erwacht, der Heiland ist erstanden! / Da sieht man Seiner Gottheit Macht, sie macht den Tod zuschanden. / Ihm kann kein Siegel, Grab
noch Stein, kein Felsen widerstehn. / Schließt Ihn der Unglaub´ selber ein,  |: er wird Ihn siegreich sehn. : | / Alleluja, alleluja, alleluja!
2. Wo ist dein Sieg, o bittrer Tod? Du selber musst erbeben; / der mit dir rang, ist unser Gott, Herr über Tod und Leben. / Verbürgt ist nun die Göttlichkeit von Jesu
Werk und Wort; / und Jesus ist im letzten Streit |: für uns ein sichrer Hort. : | /Alleluja, alleluja, alleluja!
3. Dir danken nun, Herr Jesu Christ, die Völker aller  Zungen, / dass du vom Tod erstanden bist, das Heil uns hast errungen. / Herr, bleib bei uns, wenn`s Abend wird, dass wir nicht irre gehn! / So wird die Herde wie der Hirt
|: einst glorreich auferstehn. : | / Alleluja, alleluja, alleluja!

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