Impuls zum Tagesevangelium
Karsamstag (11.04.2020)

Der Karsamstag ist ein stiller Tag,
ohne liturgische Feier.
Nur die Tagzeiten werden gebetet.

Jesus ist wirklich gestorben. Er ist in die tiefste menschliche Not hineingegangen und „hinabgestiegen in das Reich des Todes“. Er hat unserem Tod die Bitterkeit genommen. Wir wissen, unsere Gemeinschaft mit Christus überdauert den Tod.
Christus ist unser Leben und unsere Auferstehung. Das muss in unserem gegenwärtigen Leben sichtbar werden: in der Freude, die aus der Hoffnung und aus der Liebe geboren wird.
Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden,
Und niemand kennt den Sohn, nur der Vater. – Und niemand kennt den Vater, nur der Sohn, – und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Deshalb liebt mich der Vater, – weil ich mein Leben hingebe, – um es wieder zu empfangen. – (Mt 11, 27; Joh 10, 17)

Impuls

Eine Zwischenzeit!

Kennen Sie auch das Lied aus der Feder von Albert Frey, welches die Gruppe Augenblicke in St. Mariae Himmelfahrt, Jahr für Jahr, singt und zwar das Lied: „Zwischen Himmel und Erde.”

Albert Frey beschreibt darin die Spannung: Jesus ist am Kreuz auf Golgotha für alle Menschen gestorben, um so wieder das Leben in der Gegenwart Gottes zu ermöglichen. Gleichzeitig leben wir aber noch in einer Welt, die durchdrungen ist von der Trennung zwischen Mensch und Gott. Und das bleibt so lange, bis Jesus wiederkommt. Diese Zeit nennt Albert Frey in seinem Lied die “Zwischenzeit”. 1

Der Karsamstag ist für mich so eine Zwischenzeit, der Tag zwischen dem Tod Jesu am Kreuz und seiner

Auferstehung. Eine kaum aushaltbare Zeit, wenn ich nicht wüsste, dass Jesus auferstanden ist, dass Jesus lebt.

Und für Maria, die erleben muss, dass ihr Sohn zum Tod verurteilt wird und sein Kreuz selber bis zum Hügel Golgotha tragen muss. Sie lässt ihn nicht allein, Maria begleitet Jesus auf seinem Leidensweg bis hin zu seinem Tod am Kreuz.

Und seine Freunde lassen ihn im Stich, sie laufen davon vor Angst. Ob nicht das schlechte Gewissen sie geplagt hat? Petrus bestimmt! Jesus hatte ihn noch gewarnt.  Und wie von Jesus vorhergesagt, hat Petrus, bevor der Hahn zweimal krähen konnte, seinen Freund dreimal verleugnet.

Und Judas, der Jesus an die Hohenpriester verraten hatte, hält seine Schuld nicht länger mehr aus. Er gibt die 30 Silberstücke für den Verrat seines Freundes Jesu zurück und erhängt sich.

Was mag alles an diesem Tag in Maria und seinen Jünger vor sich gegangen sein?

Jesus Zusagen, dass er immer für sie da ist und seine Erklärung von seinem Leiden und Auferstehen sind vergessen. Zuvor hatte er es ihnen noch erklärt: „Er müsse nach Jerusalem gehen, und von den Hohenpriester vieles erleiden, er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen.“  (Mt 16,21-22)

Eine Zwischenzeit! Wir können diese Zeit aushalten, denn wir wissen, um die Auferstehung Jesu und heute Nacht feiern wir, dass Jesus auferstanden ist und das Jesus lebt. Halleluja!

Felicitas van Kimmenade, Gemeindereferentin

1 Hans Wagner, Leitung ERF Plus

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