Impuls zum Tagesevangelium
Mittwoch der 10. Woche im Jahreskreis (10.06.2020)

Evangelium (Mt 5, 17-19)

Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
17 Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
18 Amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
19 Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

Impuls

„Auch das Wort bei Salomo in den Sprichwörtern lehrt, wie ich glaube, dass, wer infolge seiner Einfalt die kräftigeren und bedeutenderen Glaubenssätze nicht erfasst, dabei aber doch frei von irrigen Ansichten bleibt, besser fährt als einer, der zwar gewandter und scharfsinniger ist und sich den Dingen in höherem Maße widmet, aber den Grund des Friedens und Zusammenklanges im Weltganzen nicht klar durchdringt. Der Wortlaut der Stelle bei ihm heißt so: “Besser Bewirtung mit Gemüse in Freundschaft und Huld, als ein gemästetes Kalb mit Feindschaft.” (Spr 15,17) Oftmals haben wir daher eine ungeschickte und einfachere Bewirtung, verbunden mit einem reinen Gewissen, bei solchen Wirten, die uns nicht mehr darbieten konnten, viel lieber angenommen als “erhabene Worte” von Leuten, die sich “wider die Erkenntnis Gottes erhoben” (Vgl. 2 Kor 10,5), und die mit großer Überredungsgabe eine dem Vater unseres Herrn Jesu, dem, der das Gesetz und die Propheten gegeben hat” (Vgl. Mt 5,17ff), fremde Lehre verkündigten. Damit wir also nicht an unserer Seele aus Mangel an Nahrung erkranken und auch nicht wegen “des Hungers nach dem Worte des Herrn” (Vgl. Am 8,11) Gott absterben (Vgl. Gal 2,19; Röm 14,8), so wollen wir, gehorsam der Lehre unseres Heilandes, im Glauben und rechtlichen Leben das “lebendige Brot” (Vgl. Joh 6,51), das dasselbe ist wie das “tägliche Brot”(Vgl. Mt 6,11; Lk 11,3), vom Vater erbitten.“

Aus: Origenes († 253/54) – Vom Gebet (De oratione), Zweiter Teil: Über das Vaterunser, XXVII, 6; http://www.unifr.ch/bkv/kapitel127-5.htm

Vater unser
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Gebet
Herr und Gott, du sorgst dich um uns und zeigst uns mit deinen Geboten den guten Umgang mit- und füreinander. Stärke und leite uns durch dein Wort und Brot, dass wir dir folgen können.

Darum bitten wir im Heiligen Geist durch Christus unseren Herrn. Amen.

Nach oben