Impuls 10.01.2021

Impuls zum 10.01.2021

Taufe des Herrn


Durch die Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanum endet die Weihnachtszeit mit dem Fest der Taufe des Herrn.

Damit wird uns am Ende dieser besonderen Festzeit vor Augen geführt, dass sich Jesus – obwohl selbst ohne Sünde – in die Reihe der Sünder am Jordan eingliedert, um sich von Johannes taufen zu lassen.

Im November 2019 durfte ich mit einer Pilgergruppe diesen Ort an der jordanischen Grenze besuchen, und die Stelle, an der Jesus getauft sein soll, atmet eine ganz dichte Verbindung zum Gottessohn: Hier strömen viele Menschen zusammen, um ähnlich wie Jesus in die Fluten des Jordans zu steigen, um sich auch dort taufen zu lassen. Es ist geografisch der tiefste Punkt unserer Erde, den Jesus hier aufsucht, um uns wiederum auf besondere Weise spüren zu lassen, dass er der Sohn Gottes ist.

(Jordan, Taufstelle Jesu im Jahr 2019)

Die in der Sonne funkelnden Fluten gaben dem Ort einen ganz besonderen Zauber, der uns spüren lässt: Hier ist Gott dem Menschen in tiefer Weise nahe. Hier findet sich ein Ort, an dem die Menschwerdung Gottes deutlich und zutiefst spürbar ist.

 

Fest soll mein Taufbund immer stehn, ich will die Kirche hören! Sie soll mich allzeit gläubig sehn und folgsam ihren Lehren! Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad in seine Kirch berufen hat, nie will ich von ihr weichen!

Evangelium (Lk 3, 15–16.21–22)
In jener Zeit
15 war das Volk voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei.
16 Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die  Riemen der Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
21 Es geschah aber, dass sich zusammen mit dem ganzen Volk auch Jesus taufen ließ. Und während er betete, öffnete sich der Himmel
22 und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

Das Fest der Taufe des Herrn erinnert uns an unsere eigene Taufe. Durch das „Ja“ Gottes zu uns Menschen wurden wir Kinder Gottes.

Gott spricht in derselben Weise wie im Tagestext des Lukasevangeliums zu uns: „Du bist mein geliebter Sohn, Du bist meine geliebte Tochter.“ (vgl. Lk 3,22)

Ist dies nicht eine wunderbare Zusage, die uns hier geschenkt wird? Wir sind Kinder Gottes, und wir heißen auch Kinder Gottes. Dieser Titel schenkt uns eine besondere Würde, die uns niemand nehmen kann.

In der Taufe spricht der taufende Priester oder Diakon den Täufling mit Namen an: Er gießt Weihwasser im Namen des dreieinigen Gottes über das Haupt des zu taufenden Kindes. Später salbt er den Getauften/die Getaufte mit Chrisam zum Priester, König und Propheten: Damit ist eine besondere Würde, die Königswürde, verbunden, und wie Priester und Propheten sollen wir von Gott weitererzählen.

Als Getaufte haben wir den Auftrag empfangen, die Botschaft Gottes zu den Menschen zu tragen und Kunde davon zu geben, dass wir Anteil am göttlichen Leben haben. Manchmal ist diese Weisung in einer Welt der gesteigerten Ignoranz und Selbstverliebtheit schwer umzusetzen, doch wem können wir in unserem Leben vertrauen, wenn nicht Gott?

So wünsche ich Ihnen am Beginn des Neuen Jahres, den Mut Ihren Glauben froh und mit Zuversicht zu leben und weiterzuschenken, damit möglichst viele Menschen erfahren, zu welch großer Hoffnung wir berufen sind.

Ihnen und all denen, die zu Ihnen gehören wünsche ich ein gesegnetes und von Gott begleitetes Neues Jahr 2021.

Vater unser

Allmächtiger, ewiger Gott, bei der Taufe im Jordan kam der Heilige Geist auf unseren Herrn Jesus Christus herab und du hast ihn als deinen geliebten Sohn geoffenbart. Gib, dass auch wir, die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wieder geboren sind, in deinem Wohlgefallen stehen und als deine Kinder aus der Fülle dieses Geistes leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Günter Puts, Pfr.

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