Impuls 09.01.2021

Impuls zum 09.01.2021

“Die kürzeste Definition von
Religion ist Unterbrechung.”

Dieses Zitat stammt von dem bekannten Fundamentaltheologen Johann Baptist Metz aus Münster.

Die Zeit zwischen den Jahren, also die Tage nach Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar, ist so eine Zeit der Unterbrechung. Das erleben viele Menschen in unserer Gesellschaft so, nicht nur die, für die die christlichen Feste eine existenzielle Bedeutung haben. Unabhängig davon wird diese ruhige Zeit, als eine besondere Zeit erlebt. Für die einen ist es eine wohltuende Zeit, andere sind froh, wenn sie der Ruhe und der Stille wieder entkommen und der übliche Betrieb wieder aufgenommen wird.

Die Unterbrechung des Alltags, das Anhalten und Innehalten ist der Beginn von etwas Neuem. Wenn wir lauschen und auf unser Inneres horchen dann geben wir Gott und seinem Beziehungsangebot an uns, eine Chance.

 

Die Theologin und Dichterin Dorothee Sölle drückt es so aus:

Du sollst dich selbst unterbrechen

Zwischen Arbeiten und Konsumieren
soll Stille sein und Freude,
dem Gruß des Engels zu lauschen:
Fürchte dich nicht!

Zwischen Aufräumen und Vorbereiten
sollst du es in dir singen hören,
das alte Lied der Sehnsucht:
Maranata, komm, Gott, komm!

Zwischen Wegschaffen und Vorplanen
sollst du dich erinnern an den ersten Schöpfungsmorgen,
deinen und aller Anfang,
als die Sonne aufging ohne Zweck
und du nicht berechnet wurdest
in der Zeit,
die niemandem gehört
außer dem Ewigen.

Ich wünsche Ihnen und uns den Mut zur Unterbrechung, zum Innehalten, immer wieder einmal in diesem Jahr 2021.

Raphaela Ernst

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