Impuls 08.12.2020

Impuls zum 08.12.2020

Hallo zusammen,

heute ist der 8. Dezember, tatsächlich schon der 8. Tag in unserem Adventskalender.

Dieses Jahr werden wir gezwungen, uns wieder mehr mit uns selbst zu beschäftigen, müssen enger aufeinander hocken. Das kann belasten, es kann aber auch eine Chance sein, einfach mal die Dinge wieder etwas anders zu sehen und zu machen. Ich denke im Moment viel zurück an meine Kindheit, immerhin rund 55 Jahre zurückliegend, und an meine damalige Adventszeit. Und ich habe sofort ein Lächeln im Gesicht.

Ich erinnere mich noch gut an diese vorweihnachtliche Zeit. Wir waren eine Familie mit 6 Kindern, 3 Jungen und 3 Mädchen. Jeden Abend hat sich unsere Mutter einen Moment der Ruhe mit uns gegönnt. Wir haben mit ihr um den Wohnzimmertisch herumgesessen, die Kerzen am Adventskranz angemacht und Weihnachtslieder gesungen. Meistens hat eine meiner Schwestern uns auf der Blockflöte begleitet. Natürlich war der Kranz nach spätestens einer Woche bereits so trocken, dass die leiseste Bewegung die Nadeln nur so rieseln ließ. Wir haben dann immer, wenn unsere Mutter gerade nicht hinguckte (oder zumindest so tat), einige dieser Nadeln in die Flammen gehalten. Das knisterte so schön, und roch auch total gut, fanden wir zumindest. Wir fühlten wie die Herrscher über das Feuer, bis wir uns die Finger verbrannten. Und natürlich gab es dann regelmäßig Schimpfe, nicht nur wegen des Gestankes und der angeschmorten Fingernägel. Sondern weil in der Tat wahrscheinlich ein Funke genügt hätte, um den ganzen Kranz in Flammen aufgehen zu lassen. Jedes Jahr dieselben Diskussionen im Vorfeld, die große Vorfreude auf die abendlichen Runden, dieselben Weihnachtslieder, dieselben Ermahnung, dieses Jahr aber jetzt wirklich mal vernünftig zu sein – und jedes Jahr dieselben verbrannten Fingerspitzen 😉. Ich muss immer wieder schmunzeln beim Gedanken an diese gemeinsame Adventszeit.

In diesem Sinne ihnen allen weiterhin eine schöne und friedvolle Vorweihnachtszeit.

Christian Zimmermann

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