Impuls zum Tagesevangelium
Samstag der 9. Woche im Jahreskreis (06.06.2020)

Evangelium (Mk 12, 38-44)

Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle anderen
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Markus
In jener Zeit
38lehrte Jesus eine große Menschenmenge und sagte: Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gewändern umher, lieben es, wenn man sie auf den Straßen und Plätzen grüßt,
39und sie wollen in der Synagoge die vordersten Sitze und bei jedem Festmahl die Ehrenplätze haben.
40Sie bringen die Witwen um ihre Häuser und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Aber umso härter wird das Urteil sein, das sie erwartet.
41Als Jesus einmal dem Opferkasten gegenübersaß, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel.
42Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen hinein.
43Er rief seine Jünger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern.
44Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt.

Impuls

Liebe Leserinnen und Leser,
im heutigen Tagesevangelium aus dem 12. Kapitel des Markusevangeliums versucht Jesus die Menschen auf bestimmte Verhaltensweisen aufmerksam zu machen. Dabei prangert er die Scheinheiligkeit der Schriftgelehrten an. Ihr hochnäsiges und anmaßendes Verhalten stört Jesus sehr. Er macht den Zuhörern deutlich, dass die Übeltäter bestraft werden.

Im zweiten Teil des Evangeliums mahnt er zu tatkräftiger und spürbarer Unterstützung der Armen. Jesus beobachtet und kennt den Geiz der Vielen. Deshalb stellt er das Verhalten der armen Witwe in den Mittelpunkt. Sie gibt mit ihrer Gabe alles, was sie besitzt. Ihr ist es wichtig, trotz ihrer Not noch größere Not zu lindern. Sie gibt mit ihrem ganzen Herzen und hilft.

Mit diesen beiden Augen – Blicken Jesu auf Menschen, will er seine Zuhörer damals, wie auch uns heute bestärken: Liebe Leute, schaut doch bitte auf die vielfältige Not in eurer Nachbarschaft, Gemeinde und Welt. Viele sind gerade auch durch Corona noch tiefer in der Krise, gesundheitlich, aber auch wirtschaftlich. Sie müssen mit ihrer Kurzarbeit zurechtkommen oder stehen ganz ohne Arbeit da. Das gerade auch in den wirtschaftlich ärmsten Ländern unserer gemeinsamen Erde.

Fassen auch wir uns ein Herz und schauen nicht an der Not vorbei. Wir sollten helfen, wie die arme Witwe. Schließlich leben wir auch von vielen Diensten der Armen dieser Welt.

Ihnen einen angenehmen Start ins Wochenende.

Johannes Quadflieg, Pfarrer an St. Benedikt, Grefrath

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