Impuls zum Tagesevangelium
Mittwoch der 4. Woche im Osterkreis (06.05.2020)

Evangelium (Joh 12, 44-50) Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist + Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes In jener Zeit 44rief Jesus aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, 45und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. 46Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. 47Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten. 48Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag. 49Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. 50Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

Impuls

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben! Das heutige Tagesevangelium (Joh 10, 22-30) ist mal wieder eines, dass das menschliche, allzu menschliche Leben in der ganzen Heiligen Schrift wiederspiegelt. Dort findet sich immer alles wieder, was die Menschen damals erhofft, erträumt und erwartet haben. Aber eben auch das, was die Menschen wie du und ich erhoffen, erträumen und erwarten. Kommt uns die Frage: „Wie lange willst du uns noch hinhalten Jesus? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen!“ nicht sehr verständlich vor? Damals waren die Menschen voller Hoffnung und Erwartung, dass der auch tatsächlich kommen würde, der sie von der Unterjochung durch die Römer befreien würde. Ist das dieser Jesus? Hat er die weltliche Macht dazu und vielleicht sogar die Vollmacht des Gottes Israels? Und da kann Jesus anscheinend machen was er will, ein  Zeichen nach dem anderen setzen, sie glauben einfach nicht. Und wir heutzutage? Ja, der Prophet im eigenen Lande, der gilt oft nichts. Das kennen wir nur zu genau. Oft kommt es mir vor, als verzweifele Jesus manchmal: Himmel herrje, was soll ich denn noch alles tun und bezeugen, damit ihr mir endlich glaubt? So mag er manchmal vielleicht gedacht haben. Ich kann Jesus gut verstehen, weiß er doch um seine Vollmacht und darum, wie wichtig das doch für die Menschen damals wie heute ist, die Botschaft des Evangeliums anzunehmen, sich einzulassen auf die Frohbotschaft. Den Glauben nicht nur  anzunehmen, ihn aber auch so gut es eben geht zu leben. „Ich und der Vater sind eins.“ Wie schön wäre es doch, wenn wir sagen könnten, dass wir total eins sind mit Jesus. Aber wie oft bleiben uns nur die Verse des Psalm 63: „Gott, du mein Gott, dich suche dich, meine Seele dürstet nach dir.“ (Vers 2) Und später: „Meine Seele hängt an dir, deine rechte Hand hält mich fest.“ (Vers 9) Schön, zumindest diese Gewissheit zu haben. Herzlichst Diakon W. Türlings aus Brüggen
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