Impuls zum Tagesevangelium
Dienstag der 4. Woche im Osterkreis (05.05.2020)

Evangelium (Joh 10, 22-30)

Ich und der Vater sind eins

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
22In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter,
23und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab.
24Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen!
25Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab;
26ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört.
27Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.
28Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
29Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
30Ich und der Vater sind eins.

Impuls

„Das dauert ja eine Ewigkeit.“
„Ewig gab es keine Lösung.“
„Darauf können wir ewig warten.“

Ewig – Wenn wir im Alltag das Wort „ewig“  oder „Ewigkeit“ verwenden, dann  kommt darin oft Stagnation, zähes Warten, Langeweile oder vielleicht sogar Aussichtslosigkeit zum Ausdruck. Und unter dem ewigen Leben verstehen die Meisten „das Leben nach dem Tod.“

Im heutigen Tagesevangelium sagt Jesus im Bild des guten Hirten und seiner Schafe:

„ Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen.“

Er sagt es als Trost- und Ermutigungswort für mich, für uns.

Was heißt dann das Wort vom ewigen Leben? Was trägt im Leben und im Tod, in den Krisen, Ängsten, Nöten dieser Zeit. Wie spricht es davon, wie sich Freude und Hoffnung finden lassen?

„Ich gebe Ihnen ewiges Leben“.  –  Das ist eine neue Qualität von Leben, eine himmlische Qualität.

Ewigkeit im Augenblick, ein tröstender Blick, die Wärme des Herzens, die beglückenden Augenblicke, menschliche und göttliche Nähe erfahren. Das Vertrauen, niemals zugrunde zu gehen, sondern gerettet zu sein.
Eine Hand, die mich und alle Menschen trägt und hält. Miteinander verbunden sein.
Zuversicht, Glauben, Hoffnung und Liebe teilen.

„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“,
sagt Jesus einige Zeilen vorher im Johannesevangelium.

Dieses Leben in Fülle, das ist das ewige Leben. Das ewige Leben ebenso wie das Reich Gottes ist schon da, wo Menschen glauben, hoffen und lieben.  Es beginnt schon hier. Wo können wir es entdecken?
Es gilt auch für die, die gestorben sind, aber nicht nur für sie. Jesus Christus zeigt mir den Weg ins ewige Leben auch, wenn ich gestorben bin, aber nicht erst dann.

Sieh, Ich bin nahe sagt der Herr – siehe, ich mache alles neu.

Das ist der (deutsche) Text eines Taizéliedes, das mir diese Ermutigung und Hoffnung gibt. Hier kann man es hören: https://m.youtube.com/watch?v=G_gfim2bySg 

Ursula Hüsgens
(Pastoralreferentin, Seelsorgerin Grabeskirche St. Anton, Schwalmtal)

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