Impuls 04.01.2021

Impuls zum 04.01.2021

Aufbruch

In Lübeck hat ein Pastor seiner Gemeinde ein biblisches Mahl aufgetischt. Gemeinsam mit einem Koch wollte er das Hochzeitsmahl von Kana rekonstruieren, bei dem Jesus Wasser in Wein verwandelte. Auf der langen Tafel in der Kirche lagen frische und getrocknete Früchte, es gab einen Salat aus Bitterkräutern und einen aus Oliven, Orangen und roten Zwiebeln. Das Lamm schmorte mit Granatapfelkernen, die Ente in Mostrich. Das ungesäuerte Brot wurde mit Olivenöl gebacken, der Kuchen mit Wein und Honig. Bitter, süß, sauer, salzig. Nach Senf und Honig, nach Apfel und Orange, nach frischem Brot. So schmeckt die Bibel.

Ich fange mit dem biblischen Olivenbrot an. Das Rezept ist nicht überliefert, aber ich finde ein ganz schlichtes – so ähnlich haben die Menschen vermutlich auch damals gebacken. Man braucht nur Wasser und Hefe, Salz und Mehl, ein gutes Olivenöl, sonst nichts. Der Teig wird mit den Händen geknetet, mindestens zehn Minuten lang. Man kann sehen, wie er sich dabei verändert, er wird elastisch, schließlich glänzt er. Dann braucht er Zeit, drei Stunden soll er gehen.

Die kleinen länglichen Laibe duften, wenn sie aus dem Backofen kommen. Noch warm schmecken sie am besten. Ihre Kruste ist knusprig, die Krume zart. Dieses frische Brot, ganz einfach und rein, mehr braucht es jetzt nicht.

Das Jahr kann kommen. Zu Tisch, es ist bereitet.

Christiane Langrock-Kögel

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die das Leben gut und wunderbar machen. Entdecken wir sie in diesem gerade begonnen Jahr und nehmen uns, wenn zur Zeit auch unfreiwillig, die Zeit .Sehen wir die jetzige Zeit als Chance des Aufbruchs!

Gabi Terhorst

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