Impuls zum Tagesevangelium
Samstag der 3. Woche im Osterkreis (02.05.2020)

Evangelium (Mt 10, 22-25a)

Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, so flieht in eine andere

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
22Ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.
23Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, so flieht in eine andere. Amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt.
24Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Sklave nicht über seinem Herrn.
25aDer Jünger muss sich damit begnügen, dass es ihm geht wie seinem Meister, und der Sklave, dass es ihm geht wie seinem Herrn.

Impuls

Sehr geehrte Damen und Herren,
in der heutigen Lesung lesen wir in der Apostelgeschichte:

„Petrus aber schickte alle hinaus, kniete nieder und betete. Dann wandte er sich zu dem Leichnam und sagte: Tabita, steh auf!“

Ist diese Wundergeschichte möglich?

Ein Gestorbener steht wieder auf?

In diesem Jahr fand die Woche für das Leben, die am heutigen Tag endet, unter dem Motto „Leben im Sterben“ statt. Beziehungsweise sie hätte stattfinden sollen. Aufgrund der Corona Pandemie sind ja zumindest bis zu diesem Wochenende alle Veranstaltungen und öffentliche Gottesdienste ausgefallen und es besteht ein Kontakt – und Versammlungsverbot.

Leben im Sterben:
Das Corona Virus SARS-CoV-2 stellt eine lebensbedrohliche Gefahr dar. Ich kenne erkrankte Menschen. Wie kann man erkrankt am Leben festhalten? Wie kann ich leben im Sterben? Eine Herausforderung; auch z.B. für Krebskranke, Menschen mit systemischen, chronischen Erkrankungen oder best. Autoimmunerkrankung.

Zu wissen, dass man stirbt, aber nicht zu wissen wann. Natürlich trifft dies auf jeden Menschen zu, ich glaube aber, dass oben erwähnte Menschen dies evtl. etwas bewusster haben und fühlen. Und ihr Leben dementsprechend ausrichten.

Wenn das Leben zerbrechlich wird fragen wir was war, was ist und was kommt. Das fragen sich Kranke und Sterbende in besonderer Weise. In meinen Augen macht aber auch die Wucht der Bedrohung durch das Covid Virus die Welt zerbrechlich. Zurzeit ist nichts mehr, wie es vorher war. Ängste, Unsicherheiten, konkrete Not fordern jeden einzelnen und jede einzelne und ganze Systeme heraus. Manch einer liegt am Boden.

Dahinein sagt uns Petrus in der Apostelgeschichte zu: Steh auf!
Lebe, auch wenn manches um uns herum sterbend wirkt.

Ute Maria Spitzer
Gemeindereferentin in der Weggemeinschaft
Born, Bracht und Brüggen

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