Impuls zum Tagesevangelium
Freitag der 3. Woche im Osterkreis (01.05.2020)

Evangelium (Joh 6, 52-59)

Mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
In jener Zeit
52stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?
53Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.
54Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.
55Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.
56Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.
57Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.
58Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.
59Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

Impuls

Erster Mai – so einiges was sich mit ihm verbindet. Tanz in den Mai, Beginn des Marienmonats Mai, Tag der Arbeit, Feiertag, verlängertes Wochenende, Josef, der Arbeiter…

Wir wissen nicht viel über die familiären Verhältnisse von Jesus. Meist sind es nur Andeutungen oder Deutungen, sowohl schon in den Evangelien als auch in den Jahrhunderten danach. Über seinen Ziehvater Josef wissen wir noch weniger als über seine Mutter Maria. Aber sein Beruf ist uns überliefert. Zimmermann ist er gewesen. Und so wird er auch vielfach dargestellt. Arbeit ist schon immer ein wichtiges Thema im Leben eines Menschen gewesen. Wir definieren uns auch oft über unsere Arbeit und als Einstieg in Smalltalk ist es auch ein gern gewähltes Thema. Doch was machen wir, wenn auf einmal die Arbeit wegfällt. Das erleben wir jetzt vielfach bedingt durch Corona. Die Frage nach der eigenen und familiären Existenz wird gestellt, des finanziellen Auskommens, der Möglichkeit an der Teilnahme des öffentlichen Lebens und bis hinein in die eigne Tagesstruktur. Viele Fragen, für manche zu viel auf einmal. Das Gefühl der Niedergeschlagenheit und der Machtlosigkeit kommen vielleicht auf. Die große Frage ist dann wie es weitergeht.

Jesus hat wahrscheinlich auch den Beruf seines irdischen Vaters erlernt, doch er hat in seinem Wanderpredigertum darauf vertraut alles Lebensnotwendige täglich empfangen zu können, so wie es auch in der Vaterunserbitte heißt, „unser tägliches Brot gib uns heute“. Im Hier und jetzt zu sein und darauf zu vertrauen, was in unserem Lebensmittel ist, zur Verfügung gestellt zu bekommen, darauf dürfen wir am Gedenktag des heiligen Josef, des Arbeiters vertrauen. Die Osterbotschaft sagt und: „Fürchtet euch nicht!“ Alle Angst darf aus unserem Leben weichen, weil wir Jesus an unserer Seite wissen dürfen.

Vater unser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Gebet

Gott, du gibst uns unser tägliches Brot, das was wir zum Leben wirklich brauchen. Sei du gerade in den Nöten und Schwierigkeiten unseres Lebens an unserer Seite spürbar.

Darum bitten wir durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und wirkt in Zeit und Ewigkeit. Amen.

Michael Marx, Pfarrer St. Benedikt Grefrath und Jugendseelsorger der Region Kempen-Viersen

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